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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Elfter Abschnitt.

(Humboldt, „Ansichten der Natur", Sttgt. 1877, 21; „Reisen" II,244.*)

Was die ältere, in Westindien übliche Arbeitsweise der Zucker-fabriken betrifft, so giebt über diese Ligon's „History of Barba-dos" (1657) an der Hand zahlreicher, sehr interessanter Kupfer-stiche Aufschluss, und auch Southey's „A chronological historyof the West Indies" (1827) enthält vieles einschlägige Material;das wichtigste und ausführlichste Werk ist aber das des Prediger-Mönches Joh. ßapt. Labat (1667—1738), welcher in Westindien.viele Jahre lang reiste, wichtige leitende Stellungen als Verwalterder Ordens-Domänen einnahm, und die hierbei gesammelten um-fangreichen Erfahrungen in seinem Buche „Nouveau voyage auxisles de l'Anierique" (Paris 1722, 8 Bde.) niederlegte; die Zucker-erzeugung bildet den Gegenstand eines ganzen Bandes desselben,welcher auch unter dem Titel „Abhandlung vom Zucker, dessenBau, Zubereitung, und mancherlei Gattung", von Schad insDeutsche übersetzt wurde (Nürnberg 1785). Da dieses Werk eineZusammenfassung des ganzen Fabrikationssystems ist, wie es sichgegen 1700 auf den westindischen Inseln ausgebildet hatte, unddie klarste und vollständigste Beschreibung enthält, die diesemüberhaupt zu teil geworden ist, so lohnt sein Inhalt einer ge-naueren und ausführlichen Betrachtung.

In Kapitel 1. erörtert der Verfasser die Heimat des Zucker-rohres; gegenüber den bestimmten Angaben von Gage und de Laetüber das Vorkommen wilden Zuckerrohres auf den Antillen (1625und 1633), und von Delery, Hennepin, und Ximenes betreffdessen Auftreten in Südamerika, wagt er es nicht, die Behauptung,das Zuckerrohr sei aus der alten Welt gebracht worden, unbedingtzu bejahen, sondern begnügt sich damit, festzustellen, dass dieswenigstens bezüglich der Kunst des Zuckermachens sicher der Fallsei. Die Kapitel 2 — 8 beschreiben die Gestalt und die Eigen-schaften des Zuckerrohres, die Vorbereitung und Düngung derFelder, Pflege und Bewässerung des jungen Rohres, die Kenn-zeichen der Reife, und die Methode der Ernte; letztere soll mannie beginnen, ohne sich durch Auskochen grösserer, verschiedenenParzellen der Pflanzung entnommener Proben, von der Reife unddem ungefähren Zuckergehalt des Rohres eine bestimmte Vorstel-lung gebildet zu haben, auch soll man höchstens soviel Rohr

*) Nach Macfadyen (S. 100 und 101) fordert dieses Rohr sehr gutenBoden, degeneriert aber auch bei aller Vorsicht stets nach einiger Zeit, undmuss deshalb öfters aufgefrischt werden.

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