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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Elfter Abschnitt,

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Verordnungen erleichtert, und 1772 ganz freigegeben wurde(Beer II, 166), gewann auch die Zuckerfabrikation wieder einigeBedeutung, und es wurden 1760 43920 Meterzentner, 1780120000 Meterzentner, und 1790 141629 Meterzentner exportiert(Humboldt, „Cuba" I, 190ff.). Wirklichen Aufschwung nahmdieselbe aber erst nach der Verwüstung Domingos: binnen zehnJahren stieg die Anzahl der Mühlen von 473 auf 780, und dieZuckererzeugung 1792 auf 146000, 1796 auf 240000, und 1802auf 408 000 Meterzentner (Humboldt, „Nouv. Esp." III, 184;IV, 458 und 461). Die Fabrikation war noch gegen Ende des18. Jahrhunderts eine höchst primitive; 1796 wurden erst Mühlenmit Wasserbetrieb, 1799 eingemauerte Kochkessel eingeführt, undman war sehr zufrieden, zur Erzeugung von 5 Arroben Zucker,statt 278 nur mehr 158 Kubikfuss Holz, meist Orangen- undZitronen-Holz, zu verbrauchen (Humboldt, „Cuba 1 ' I, 190ff.).Bohzucker wurde als solcher nicht ausgeführt, sondern aller Zuckerdurch Ausdecken mit Thon gebleicht, wobei bestenfalls B / 9 weisserZucker (blanco), 8 / fl blonder (quebrado), und */ fl brauner (cucurucho)erhalten wurden, und zwar aus 3 Arroben Rohzucker im ganzen1 Arrobe, während die übrigen 2 Arroben in die Melasse über-gingen; nur eine einzige Fabrik lieferte zur Zeit Humboldt's jähr-lich 5000 Meterzentner Zucker, die meisten der grösseren erzeugtennur 4000 Meterzentner, die mittleren 2000—2500 Meterzentner,und im Durchschnitte produzierte jede der 350 Siedereien bloss925 Meterzentner (ebd. I, 130; „Nouv. Esp." III, 176); zumeistfehlte es an Arbeitskräften, da die Beschaffung der grossen Sklaven-zahl, welche die Ausbreitung der Zuckerindustrie nach 1791 er-forderlich machte, nicht rasch genug gelang (Humboldt, „Cuba" II,168 ff.). Eine grössere Pflanzung gebrauchte 650 Hektaren Land,300 Neger im Werte von je 4 — 500 Piastern (1 Piaster = ca.5,50 Francs), und ein gesammtes Anlagekapital von 2 000000 Francs;sie produzierte jährlich 40000 Arroben Zucker im Werte von550000 Francs, und lieferte dabei 300 — 350000 Francs, d. i.15—17°/ 0 Reingewinn, da der aus der Melasse dargestellte Alkoholzur Deckung der täglichen Unkosten zu genügen pflegte (Hum-boldt, „Cuba" a. a. O.; „Nouv. Esp." III, 179; „Reisen" II, 345).Hüne („Der Negerhandel", Göttingen 1820) giebt folgendenÜberschlag einer albanischen Zuckerplantage aus dem Jahre 17«0 :Kosten der Plantage, mit Gebäuden und 220 Sklaven, Mark 700 000;Einnahme für 500 Fass Zucker Mark 200000, für Rum undMelasse Mark 16000, zusammen Mark 216000; davon ab 8°/ 0Kapitals-Verzinsung mit Mark 56 000, Unkosten mit Mark 24 000,