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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Zuekerfabrikation Amerikas im 17. und 18. Jahrhunderte. 303

Ursachen der Konkurrenz-Unfähigkeit der englischen Inseln er-klärte diese die unrationelle Kultur und Fabrikation, die Aus-saugung des Bodens, die Höhe der Abgaben und Zölle, vor allemaber das Stattfinden eines, den Gesetzen widersprechenden direktenVerkehres der nordamerikanischen Kolonieen mit den französischen:diese, denen seit 1669 das Raffinieren, sowie die Ausfuhr von Rumnach Frankreich, zu Gunsten der betreffenden Industrieen desMutterlandes untersagt worden sei, verkauften Zucker, Melasse undBranntwein nach Nordamerika, entzögen hierdurch den englischenZuckerinseln heimlich die Kundschuft, und schädigten zugleich dieKaufkraft der nordamerikanischen Kolonieen, die jene Produktemit vielem Bargelde bezahlen mtissten. Diese letzteren wandtenhiergegen ein, sie bedürften zu Zwecken ihrer Fischerei und ihresIndianerhandels jährlich l x / 4 Millionen Gallonen Rum, und seiengezwungen, diesen von den Franzosen zu kaufen, weil die eng-lischen Inseln gar nicht so viel produzierten, einen grossen Teilihrer Melassen und des Rums nach England selbst zu verkaufenpflegten, und im ganzen so schlecht und so teuer arbeiteten, dassihr nunmehriges Verlangen, den Handel mit den französischenInseln verboten zu sehen, nur der Ausfluss des Wunsches sei, auffremde Kosten in der bisherigen Trägheit und Lässigkeit verharren zukönnen. Das Parlament erkannte indessen die vorgebrachtenGründe nicht als stichhaltig an, und legte 1739 einen hohen Zoll aufdie Einfuhr von Zucker, Melasse und Rum in britische Kolonieen;zur Entschädigung sollte es jedoch gestattet sein, auf englischemBoden erzeugten Zucker, in englischen Schiffen, direkt nach allen,südlich vom Kap Finisterre gelegenen Häfen Europas auszuführen.Da diese Erlaubnis indes, zahlreicher entgegenstehender Schwierig-keiten halber, ohne jede praktische Bedeutung blieb, so konnteauch die ganze .Massregel nicht den gewünschten Erfolg haben(Mac-Culloch a. a. 0. I, 364); sie schädigte einerseits den Staats-schatz, indem sie eine grossartige Entfaltung des Schleichhandelshervorrief, und andererseits das Gedeihen der Kolonieen selbst, dasich diese, mit ihrem veralteten und kostspieligen Arbeitssystem,gegen die Konkurrenz der französischen Zuckerinseln nicht dauernderhalten konnten, besonders seit unter letzteren Domingo eine her-vorragende Rolle zu spielen anfing.

Die Franzosen hatten diese Insel zum Teil schon 1635 und1660 besetzt (Beer II, 237), erhielten sie aber erst im Frieden vonRyswick 1697, endgültig zugesprochen. Die Zuckerindustrie, derenExport schon 1587 begonnen, und damals 878 Meterzentner be-tragen hatte (Handelmann, „Geschichte der Insel Hayti", 12),