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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Zuckerfabrikation Amerikas im 17. und 18. Jahrhundorte.

immer noch bedeutend, vermochte keine Fortsehritte mehr zumachen, und musste die Befriedigung des wachsenden europäischenKonsums der Konkurrenz überlassen, welche sie bald in jeder Hin-sicht überflügelte. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts trathierin wieder eine Wandlung ein, teils im Zusammenhange mit der1789 erfolgten Einführung des zuckerreichen Rohres von Otabeiti(Beer II, 100), teils aus politischen Gründen; für das Jahr 1796wird der Export nach Portugal auf 346 920 Meterzentner (53 372Kisten zu 650 Kilogramm) angegeben (Humboldt, „Cuba"),während er noch 1780 nur 95 000 Meterzentner betragen habensoll (Scherer, „Allgem. Gesch. d. Welthandels").

Nach der Räumung Brasiliens durch die Holländer (1654)blieben etwa 20000 derselben im Lande zurück, meist Plantagen-besitzer, mit ihrem Arbeiterpersonal und ihren Sklaven; angeblichum den Staat gegen äussere Feinde zu schützen und diesen dennächstliegenden Anknüpfungspunkt zu nehmen, in Wahrheit aberaus nationalen und finanziellen Gründen, Hess sich die portugiesischeRegierung dazu hinreissen, 1655 sämtliche Holländer auszuweisen,und ihre Güter mit Beschlag zu belegen. Dieser Schritt bewirktejedoch das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war, denn nicht nurberaubte er den Staat einer grossen Anzahl seiner intelligentestenund durch ihren Grundbesitz an die Interessen desselben gefesseltenBürger, sondern er schuf auch dem wichtigsten IndustriezweigeBrasiliens die gefährlichste, und schliesslich siegreiche Konkurrenz,indem die Ausgewiesenen sich nach den westindischen Inseln be-gaben, und dort die Zuckerfabrikation neu zu betreiben, oder dievorhandene zu verbessern begannen.

Von diesen Inseln war zuerst (1625) St. Christoph, und zwarzugleich von den Franzosen und Engländern besetzt worden,welche hiermit ihre koloniale Thätigkeit in Amerika eröffneten;beide Nationen bestrebten sich alsbald, den herrlichen Boden desEilandes durch Anbau von Zuckerrohr besser auszunutzen, und dieerstere fabrizierte bereits 1643, die letztere 1644 Zucker (Moseleya. a. 0.; Le Grand d'Aussy II, 203). Von St. Christoph ausnahmen die Franzosen 1635 Guadeloupe und Martinique, die Eng-länder 1627 Barbados in Besitz; 1641 wurde auf letzterer Inselder Zuckerrohrbau eingeführt, und 1646 begann der Zuckerexport,konnte sich aber nicht behaupten, da die Zucker wegen ihrerschlechten Qualität die Transportkosten nach England nicht deckten(Ligon, „History of Barbados", 1657). Erst die aus Brasilienvertriebenen Holländer führten daselbst eine regelmässige Fabrikationein, und lehrten die Einwohner trockenen und haltbaren Rohzucker