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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Zuckerfabrikation Amerikas im 17. und 18. Jahrhunderte. 299

die Madeiras, welches zu dieser Zeit jährlich 96000 Zentner er-zeugte, erst in den folgenden Jahrhunderten allmählich ein, teils in-folge der wachsenden allgemeinen Konkurrenz und der sinkenden po-litischen und maritimen Macht des Mutterlandes, teils durch eng-herzige und zwecklose Handels- und Fabrikations-Beschränkungen,welche das Letztere im vermeintlichen Interesse anderer Kolonienerliess (Reed 7; Ritter 409).

Die weise Verwaltung Moritz's von Nassau war leider nichtvon Dauer; Intriguen, die von einflussreicher Seite in Hollandgegen ihn gesponnen wurden, brachten ihn in den Verdacht, dieKolonie vom Mutterlande lostrennen, und sich in ihr ein selbstän-diges Reich gründen zu wollen, und bewirkten 1644 seine Ab-berufung (Handelmann 190ff.). Dieser folgte sogleich die Rück-kehr zum früheren Systeme der Miss Wirtschaft, die Bedrückungder portugiesischen Besitzer, welche der Statthalter zum Bleibenbewogen und durch Kredite unterstützt hatte, die Kündigung allerVorschüsse, und die Herbeiführung einer Geldkrise durch Unter-stützung des Verlangens der holländisch-westindischen Kompagnienach Barzahlung aller Schulden; die allgemeine Unzufriedenheit,geschürt durch Portugal, das sich seit 1640 von Spanien los-gerissen, und unter Johann von Braganza wieder selbständiggemacht hatte, veranlasste den Ausbruch des brasilianischen Frei-heitskrieges, und den Sturz der holländischen Herrschaft. Nachlängeren fruchtlosen Versuchen, von neuem festen Fuss zu fassen,räumten die Holländer 1654 Brasilien; im Vertrage von Haag(1661) erkannten sie dasselbe feierlich als portugiesische Besitzungan, und Hessen sich mit einer Entschädigung von 4 MillionenCruzados (= 2 Mill. holl. Gulden), binnen 16 Jahren in Salz,Zucker, Tabak, oder Bargeld zahlbar, endgültig abfinden (ebd.237). Bald darauf (1674) wurde die holländisch-westindische Kom-pagnie aufgelöst.

Die vollständige Wiedereroberung Brasiliens war indes nichtim stände, den durch die Kriege bei der Losreissung des Landesvon Spanien völlig zerrütteten Wohlstand Portugals wieder zuheben; die von Johann von Braganza 1648 begründete portu-giesisch-brasilianische Kompagnie vermochte sich nicht zu erhalten,die Bedeutung der portugiesischen Schiffahrt ging rasch zurück,England bemächtigte sich des Hauptverkehres zwischen demMutterlande und seinen Kolonieeii, und nahm schon im letztenDrittel des 17. Jahrhunderts die dominierende Stellung ein, die1703, durch den berüchtigten Methuen-Vertrag, in eine dauerndeverwandelt wurde (Beer 11, 119). Portugal zog daher auch nur

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