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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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in Pernambuco von 121 auf 87; hierdurch gingen aber auch dieStaatseinnahmen derartig zurück, dass die Verwaltungs- undKriegskosten nur durch Gewaltmittel gedeckt werden konnten:die Besitztümer der Feinde wurden konfisziert, und die, den flüch-tigen Portugiesen gehörigen Zuckermühlen sammt den Ländereienversteigert (ebd. 81 und 557). Obwohl hierbei 20—100 000 Guldenfür die Mühle nebst Land, und im ganzen 1963 250 Gulden erlöstwurden, so war doch auf solche Weise die dauernde Ordnung desStaatshaushaltes unmöglich, und nur durch die Ankunft des GrafenMoritz von Nassau wurden Provinz und Industrie vor völligemVerderben gerettet. In richtiger Erkenntnis der Sachlage war derErbstatthalter vor allem auf Erhaltung der Zuckermühlen, als dereinzigen und ergiebigsten Quelle des Wohlstandes bedacht; dieZwangsverkäufe wurden eingestellt, die Konfiskationen rückgängiggemacht, den Vertriebenen oder Flüchtigen straffreie Heimkehrgestattet, alte Schulden wurden gestundet, zum Neubau und zurReparatur der Mühlen zinsenfreie Staatsvorschüsse gewährt, unddie hohen Ausfuhrzölle ermässigt, „welche der Zucker bei seinem,jetzt so sehr gedrückten Marktwerte, nicht mehr ertragen kann"(ebd. 519, 547). Durch diese zweckmässig erdachten und energischdurchgeführten Massregeln, gelang es in der That mit überraschen-der Schnelligkeit, die Industrie neu zu beleben; in Pernambuco,dem wichtigsten Distrikte, waren binnen kurzem fast sämmtlicheMühlen wieder in Betrieb und erzeugten so vielen und schönenZucker, dass der Statthalter, als Anerkennung hierfür, der Provinzgestattete, sechs Zuckerhüte im Wappen zu führen (ebd. 168 und120; mit Abbildung); im ganzen betrug der Export während derJahre 1636—1643, laut Zollliste, 159148 Kisten weissen Zucker,49 903 Kisten Moscovade, und 9169 Kisten Pamelzucker, zusammen218 220 Kisten, von je ca. 10 Zentner Gewicht, so dass im Durch-schnitte etwa 300 000 Zentner auf das Jahr kamen (ebd. 558).Um dem in Brasilien herrschenden Sklavenmangel abzuhelfen, so-wie gleichzeitig um die Portugiesen auch in ihren afrikanischenBesitzungen zu schädigen, unternahm Moritz von Nassau eineExpedition gegen St. Thomas (ebd. 350 und 355); 61 Zucker-mühlen wurden verbrannt, mehrere tausend Kisten Zucker bei derZerstörung des Hauptortes erbeutet, und 10 000 Arroben als Löse-geld von solchen Besitzern, welche Schonung ihrer Mühlen er-kaufen wollten, eingetrieben. Die Insel wurde übrigens nur vor-übergehend zu Schaden gebracht; schon nach wenigen Jahrenbesass sie wieder 70 Mühlen mit je 2—300 Sklaven, und liefertejährlich 40 Schiffe voll Zucker. Ihre Industrie ging, ebenso wie