Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.
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man künstlich mit ihren Farben zieret und malet, als wenn esdieselbigen natürlich wären. Ja, wie vielerlei Samen und Frucht'werden mit Zucker überzogen, für Bankette, Schlaftrunk' undGastereien, so dass der abscheuliche Überfluss zu Krankheit, Ver-derben und Verkürzung unsres Lebens gereicht, und, wohl zuglauben und gewisslich wahr, seit die AVeit gestanden, keingrösserer Überfluss und Luxus gewesen, als eben jetzund."
a Schöner weisser Madera- und Canari-Zucker, massig gebraucht,reinigt das Geblüt, stärkt Geist und Leib, besonders Brust, Lungeund Kehle, ist aber schädlich für hitzige und gallsüchtige Leute,denn er verwandelt sich leicht in Galle, auch macht er die Zähneschwarz und fäulig. Als Pulver ist er gut für die Augen, seinRauch vertreibt den Schnupfen, als Mehl aufgestreut heilt er dieWunden. Mit Milch und Alaun dient er zum Weinklären. Zucker-wasser allein, und nebst Zimmt, Granaten- oder Quittensaft, ist gutfür Husten und Fieber. Zuckerwein mit Zimmt stärkt alte Leute,und besonders ein Zuckersyrup mit Rosenwasser, den ArnaldusVillanovanus empfiehlt. Alle diese Kräfte hat in erhöhtemGrade der Zuckerkandit. Davon hat man zwei Sorten, eine schönhell und klar wie Krystall, aus Madera- und Canari-Zucker, undeine dunkel und braunfarb aus Thomasinzucker. Will man Zucker-kandit machen, so zerschlägt man den Zucker in kleine Stücke,löst in einem kleinen Kessel oder Gefäss über schwachem Kohlen-feuer in recht wenig Wasser, lässt nur kurz aufsieden, und fülltden dicken Syrup in einen langen viereckigen Kasten von ge-brannter, innen glasierter Hafnererde; solcher wird von unten nachoben, in Absätzen von zwei Finger breit, immer weiter, und istauf den Absätzen, in je drei Finger Abstand, mit dünnen vier-eckigen Hölzchen belegt. Man füllt diesen Kasten voll, deckt ihngut zu, und lässt .ihn an einem Ofen warm stehen, 16—20 Tage;nach dieser Zeit deckt man ab, nimmt die Hölzer mit dem Zuckerheraus, und den Syrup kann man abermals einkochen und zuZuckerkandit machen. Statt Wasser nimmt man auch Zimmt-wasser, und kann blau färben mit V eilchensaft und etlichen TropfenZitronensaft, oder rot färben mit Rosensyrup. Die Venetianermachen auch Kandiszucker, aber aus Zucker, der mit Kalklaugenrefiniert ist, und solcher ist zwar weiss, leuchtend*), und schön, aberungesund und weniger süss als der aus Madera- oder Canari-Zucker."
*) Daher heisst Kandiszucker bei Hieron. Montuus auch „Saccharumlucidum"; Hermolaos Barbaros nennt ihn Candum, Cantium, Candium,Conditum und Crystallinum; der Name Candium hat die falsche Vermutungveranlasst, dieser Zucker sei nach der Insel Candia (Kreta) benannt worden.
Li pp mau u, Geschichte des Zuckers.
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