Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.
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des Zuckers, und empfiehlt ihn in „De re metallica'' (Madrid 1569)als Bestandteil eines Rezeptes zur Metallvergoldung (ebd. II, 57).Eine Zusammenfassung alles dessen, was sein Zeitalter überZucker wusste und dachte, findet sich in dem, 1588 verfassten,über 5800 Pflanzenarten an der Hand von etwa 2500 Figurenbeschreibenden ,Kräuterbuch" des Tabernämontanus aus Berg-zabern, der, getreu dem „New Kreuterbuch" seines LehrersHieronymus Bock (1498—1554) die Pflanzen nach ihrer Ver-wandtschaft zu ordnen versucht, und dem genannten Werke seinesVorgängers auch einen grossen Teil der, sein Buch zierendenHolzschnitte entnahm. Über Zucker und Zuckerrohr spricht sichTabernämontanus wie folgt aus („Kräuterbuch", Ausgabe vonBasel 1731; I, 577 ff.): „Diese Art von Rohr habe ich vor acht-zehn Jahren erstmals wachsen gesehen bei dem Herren AdamenKecken, Apothekern zu Frankfurt am Mayn, in seinem schönenLustgarten; ein Jahr lang hat er etliche wachsend gehabt, sindihm aber durch die Winterkälte erfroren und verdorben. AusWurzeln und Mark dieses Rohres pflegt man den Zucker danachzu sieden, in lange Hüte zu giessen, und solche danach in grosserMenge mit Schiffen in alle Gewerbstädt' zu führen, wie geschiehtin India, Arabia, Ägypten, den Canarien-Insulen, in der InsulMadera, Malta, Cypern, Sizilien und St. Thomae. Jetzunder istein gemeiner Gebrauch in allen Ländern Europa, die Speisen da-mit lieblich zu machen, wie auch die Syrupe, Saft' und Arzeneyendamit zu bereiten." »Des Zuckers hat man sieben Sorten:1. Saccharum Maderiense, Madeirazucker, der beste aller Zucker,besonders zum Arzneygebrauch, von Natur temperiert, wann undfeucht, nicht aber scharf und hitzig. 2. Saccharum Canariense,Canarizucker, das ist der nächstbeste. 3. Saccharum finum oderrefinatum, d. i. Feinzucker, auch Saccharum Valentinum, d. i. Valentz-Zucker (weil zu Valentina in Hispanien refiniert und gemacht),wird durch die Kunst so zugerichtet, heisst bei den Apothekernauch Saccharum Tabarzeth; er wird aus Madeira- und Canari-Zuckerdurch die Kunst gemacht, dass er eine schöne weisse Gestalteines Marmel oder Alabastersteines bekommt, und an Schöne undWeisse übertrifft er obgemeldete zwei beste Zuckersorten, aber die-weil er, durch die Kunst, mit Kalklaugen also umgericht und ver-sotten wird, überkommt er eine Schärfe, verliert etlicher Maassenan Süssigkeit, wird feurig, hitzig und scharf, macht Durst undtrocknet aus, soll deshalb billig zu Arzneygebrauch verworfenwerden, und die Apotheker sich hüten, dass sie solchen Zucker zuTäflein gebrauchen und in Arzneyen mischen. Man macht aus