Zehnter Abschnitt.
■
f.- ■
brauch der Syrupe und des Rosenzuckers, die er an sich selbstbewährt gefunden hatte (Meyer IV, 414; Sprengel III, 374),und geriet dadurch in hartnäckige Streitigkeiten mit seinem ge-lehrten Gegner J. C. Seal ig er in Paris („Exercitationes adversusCardanum" 1657). Der aufgeklärte Baptista Porta in Neapel(1540—1615), der grosse Physiker und Begründer der neuerenOptik, der abgesagte Feind der alchemistischen Goldmacher, „dieinsgesammt Betrüger sind", nahm sich indessen des Zuckers gleich-falls an, und erklärte ihn für unschädlich, ja für heilsam; in„Phytognomica" (lib. 5 cap. 1) sagt er: „Zucker, aus Zuckerrohrdargestellt, ist nicht nur selbst unveränderlich, sondern erhält auchandere Dinge so; er bewahrt Wunden vor Fäulnis, so dass selbstdie schlimmsten durch ihn allein geheilt werden können, undschützt Speisen und Getränke vor der Gährung im Magen, wo-durch er wohlthätig wirkt und das Leben verlängert" (Moseley,a. a. 0.). Van Helmont (1578—1644), der grosse Iatrochemiker,der erste Untersucher der verschiedenen Luftarten, und Erfinderdes Namens „Gase" für dieselben, ein sonst besonnener und ruhigerForscher, ist, als Feind der arabischen Heilmittel und Syrupe, auchein solcher des Zuckers (Haeser II, 356 und 361); im „Pharma-copolium ac dispensatorium modernum" erklärt er ihn für ver-werflich und schädlich, da er ein alkalisches Salz enthalte, welchesdie saure Reaktion des Magens zerstöre, grosse Gährungen ver-anlasse, dabei leicht in Galle übergehe, und das Blut verderbe(Hoffmann-Maederjan, „Dissertatio de saccharo", Halle 1701).Libavius aus Halle (1560—1616) beschreibt in seiner „Al-chemie" den Zucker ausführlich, empfiehlt zu seiner ReindarstellungMadeirazucker mit Eiweiss zn klären, und giebt eine Anweisungzur Erzeugung von Kandiszucker: „Löse zwanzig Pfund Zucker inheissem Wasser, koche ein, giesse in ein viereckiges, in Abteilungengeteiltes Gefäss, und stecke, je drei Finger voneinander, Stäbchenaus Fichten- oder Tannenholz hinein, dann schiesst der Zucker andiese an, nach Art der Krystalle" (Hoefer II, 29). Genaue Ver-suche über die Krystallisation des Zuckers stellte Bernard Pa-lissy an (1499—1589), der grosse Chemiker und Technologe, Mit-schöpfer und Verteidiger der experimentellen Methode (ebd. II, 67und 80); veranlasst wurde er zu denselben durch seine Theorie,dass die Salze (zu denen er auch den Zucker zählt), Hauptbestand-teile der Pflanzen seien, ihnen deshalb im Dünger wiedergegeben,und behufs besserer Erkenntnis dieser Verhältnisse, einzeln nähererforscht werden müssten (ebd. II, 85). Auch Perez de Varga,ein spanischer Technologe, beschäftigte sich mit den Eigenschaften