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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.

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in Gestalt eines Gartens mit Felsen, Bäumen, Flüssen, Wasser-fällen, Burgen, und allerlei Tieren, als wovon zu gutem Ende jeg-licher Gast ein Stück durfte abbrechen" (Schreckenstein, „Zeit-schrift für Kulturgeschichte" 1859, 314). Ausführliche Anleitungzur Anfertigung solcher Schaustücke und „aller Künste mit grossemAufwand von Zucker, Konfekt und Gewürz vor Hoffestlichkeiten"giebt das Kochbuch des kurfürstlich mainzischen Mundkoches MarxRumpolt (Frankfurt 1581); süsse Speisen zählt er 46 auf, dar-unter Kuchen und Hohlhippen für die bürgerliche Küche, undMarzipan, Mandelkäse, Spieskuchen, Apfeltorte und dergl. mehr,für die Tafel der Vornehmen (Klemm IX, 88). Auch das 1570verfasste Kochbuch der Philippine Welser enthält zahlreicheSüssigkeiten, und ein um 1580 in Nürnberg erschienenes Koch-buch umfasst sogar über hundert Rezepte „von guten Marzipanen,Zuckerhobliglein, Zuckerzelten und Zuckerbrot zur Herzkräftigung,allerlei süssen Zuckertorten, überzuckerten Gewürzen, und gutemBackwerk".

Hans von Schweinichen's „Eigene Lebensbeschreibung 1 '(ed. Wolzogen, Lpzg. 1885), eines der für die deutsche Kultur-geschichte des 16. Jahrhunderts wichtigsten und merkwürdigstenWerke, spricht sehr oft von Zucker. In Liegnitz 1574, heisst es:„Die Jungfrau war mir auch nicht gram, und ass gerne Zucker,weshalb ich ihr zu unterschiedlichen malen dessen zu ein oderzwei Thaler kaufte" (S. 41); Konfekt und süsser Wein wird häufigaufgetragen (ebd. 133), und um Gespenster zu verjagen, „setztman ihnen Milch oder Bier, mit Honig und Zucker auf, — dastrinken sie, und gehen" (ebd. 138). In Wolgast traf Schwei-nichen 1578 ein Schiff aus Lissabon, das für 80000 ThalerWeine, Gewürze, Zucker und Kostbarkeiten an Bord hatte (ebd.182), in Augsburg schildert er die verschwenderische Pracht derFugger (ebd. 73), und zu Krumau in Böhmen macht er 1579 beiden Rosenbergen, einem der vornehmsten Adelsgeschlechter, eineHochzeit mit, die 100 000 Thaler kostete, darunter allein 12 745Thaler für Gewürz, Marzipan und Konfekt (ebd. 157). Bei solchenHochzeiten spielte der sogenannte „Brautzucker" eine grosse Rolle;er wurde den Besuchern und Gästen vorgesetzt, und bildete beider Feier selbst den Beschluss: „darauf ist bald die Überant-wortung der Braut geschehen, und hernach der Zucker vorgetragengefolget" berichtet Schweinichen. Bei armen Leuten vertrat dieStelle des Brautzuckers eine Honigsuppe (Sanders, „DeutschesWörterbuch" III, 1786; Grimm, „Wörterbuch" IV, 1792).

Die Apotheker führten im 16. Jahrhunderte eine ganze Reihe