Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.
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Den schweren Weg süss und vergnüglich mir", und in „Richard III."(I, 3) Margaretha: „Gemalte Königin, Scheinbild meines Glückes,Was streust du Zucker auf die bauch'ge Spinne, Die dich mit tödt-lichem Geweb' umstrickt?" In „Othello" (I, 3) heisst es: „DerleiSentenzen, Zucker oder Galle, Zu beidem tauglich, sind zweideutigalle", in „Wie es Euch gefällt" (III, 3): „Ehrbarkeit mit Schönheitgepaart, ist wie eine Honigbrühe über Zucker", und in „LiebesLeid und Lust" (V, 1) antwortet die Prinzessin auf Byrons An-rede „Weisshändig Kind, ein süsses Wort mit dir!": „Milch, Honig,Zucker, — eins dazu macht vier". Auch in den Sonetten Shake-speare's, — Meres preist sie (1598) als die „zuckersüssen" —,sagt der Dichter: „Ich seh' Verdienst zum Bettelstab geboren, Undlumpig Nichts gepappt mit Zuckerbrot" (Übers, von Gelbcke,Hildb. 1867, No. 86).
Ähnliche Stellen finden wir auch bei Shakespeare's Zeit-genossen und nächsten Nachfolgern: in Webster's „VittoriaCorombona" ruft Brachiano aus: „0 eure Worte! Von aussenZuckerwerk und Arzenei, Doch innen Pest und Gift" („AltenglischesTheater", deutsch von Prölss I, 328); in Massinger's „Gross-herzog von Florenz" (ebd. II, 167) schilt Calandrino: „Dass hierbei Hofe selbst der Ehrlichste, Der Monde einen oder zweie nurMit Zuckerwerk und höfsehen Leckereien Gefüttert, unverzüglichwird zum Schelmen", und in John Pord's „Perkin Warbek" (ebd.II, 93) schildert Skelton England als das Land, „wo man sich ineiner einzigen Woche ganz voll essen kann an heissen Broten mitButter, nebst einem frischen Trank Muskateller, und Zucker zumFrühstück, — selbst wenn man den ganzen Monat nichts weiterzu schmausen bekäme".
Wie in England, so wurden auch in Deutschland im 16. Jahr-hunderte Zucker-Raffinerieen errichtet, eine der Ersten, wenn nichtdie Erste, in Augsburg: „Mit einer Zuckersiederei ist im Jahre1573 ein Versuch gemacht worden; Leonhard Roth, ein reicherGeschlechter, Hess den rohen Mascovadezucker über Lissabon hierherkommen, und läuterte ihn in seinem Garten an der Stadtmauer,bei der sog. Sackpfeife; anfangs soll es mit Nutzen geschehensein, jedoch ging die Fabrik bald wieder ein, vermutlich wegender hier so grossen Kostspieligkeit des Holzes, davon ein grosserVorrat zu einem solchen Wesen unentbehrlich ist" (v. Stetten248). Falke führt an (Otto a. a. 0. I, 119ff.), dass KonradRoth, derselbe, der vom König Sebastian von Portugal dieganze indische Pfefferernte um jährlich 1300000 Scudi kaufte,um ein Monopol darin zu haben, 1580 vor dem Frauenthor in