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Zehnter Abschnitt.
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(ebd. II, 502). Insbesondere war die Königin selbst eine grosseFreundin von Konfekt und Süssigkeiten; „ihre Vorliebe für dieklassische Bildung zeigte sie selbst darin, dass sie die Kuchen-und Pastetenbäcker die Gestalten Ovids und Virgils darstellenhiess: auf der Tafel paradierten plastische Zuckerarbeiten mit Reliefsaus Ovid's Metamorphosen, und den beliebten Plumcake schmückteeine in Zucker gegossene Darstellung der Zerstörung Trojas"(Ulrici, „Shakespeares Werke", Berl. 1876; I. Vorr. 26). PaulHenfzner, der 1598 einer Audienz bei der Königin in Green-wich beiwohnte, schreibt: „ihre Zähne sind schwarz, ein Fehler,an dem viele Engländer zu leiden scheinen, weil sie zu viel Zuckeressen" (Wolff, „Shakespeare", Lpzg. 1849, Vorr. 8).
Für die schon allgemeine Anwendung des Zuckers, liefertauch dessen häufige Erwähnung bei Shakespeare Beweis, um somehr als derselbe vielfach, und zwar auch in historischen Stücken,unbedenklich die Sitten seiner eigenen Zeit schildert. Wenn alsoz. B. im „Wintermärchen" (IV, 2) der junge Schäfer „7 PfundKorinthen, 3 Pfund Zucker, Reis, Safran zum Färben der Apfel-torten, Muskat blute, Datteln, Muskatnüsse, 7 Stangen Ingwer,4 Pfund Pflaumen, und 4 Pfund Traubenrosinen" zum Schafschur-feste holen soll, so werden wir annehmen dürfen, dass solche Ge-nüsse auch bei den ländlichen Festen dieser Zeit keine Seltenheitmehr waren. Der „Sugarsop" in der „Zähmung der Widerspen-stigen" (IV, 1), — nach Ulrici VII, 127 der Name einer Fasten-speise, — „der Wein und Zucker von den besten allerschönstenSorten" in den „Lustigen Weibern von Windsor" (II, 2), das „Pfennigs-dütchen voll Zucker" und der „Zuckerkandi für einen armseligenPfennig, dir die Kehle geschmeidig zu machen" in „Heinrich IV."(1. Teil II, 4; III, 3), sind sicherlich ebenso aus dem Leben ge-griffen, wie Falstaffs berühmter Ausspruch: „Wenn Sekt undZucker ein Fehler ist, so helfe Gott den Lasterhaften" (ebd. II, 4).
Aber auch in übertragener Bedeutung begegnen wir demZucker bei Shakespeare sehr häufig: der junge Heinrich wird„mein bester Zuckerprinz", Falstaff „Sir John Zuckersekt" und„zuckergebackenes Weihnachtsschweinchen" angeredet („Heinrich IV.,1. Teil I, 2; 2. Teil II, 4), von Paris heisst es „ein wahrer Zucker-mann!" („Romeo und Julie" I, 3), von Claudio „ein schönerGraf, ein Zuckergraf" („Viel Lärm um Nichts" IV, 2). In „Hein-rich VI." (2. Teil III, 2) sagt der König: „Birg nicht dein Giftin solchen Zuckerworten"; in „Heinrich IV." (1. Teil I, 3) Percy:„Ei, welch ein Haufen Zuckerartigkeit!"; in „Richardll." (II, 4) North-umberland: „Doch Euer schön Gespräch, es macht' wie Zucker,
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