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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen

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nächsten zwanzig Jahren so viel Geld, dass gegen 1590 mehrereneue Raffinerieen gegründet wurden; 1596 erbat Sir ThomasMildway ein Zuckermonopol „um den vielen vorkommenden Fäl-schungen und Betrügereien vorzubeugen", wurde aber von derKönigin Elisabeth abschlägig beschieden (Reed 9 und 10). Ver-arbeitet wurde hauptsächlich portugiesischer Rohzucker, 1563 aberkam auch schon amerikanischer nach London, dessen Zuckermarktjedoch zu dieser Zeit noch keine grössere Bedeutung hatte (Reed 8);diese gewann er erst infolge der ausserordentlichen Entwicklungdes englischen Handels gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Währendnoch gegen 1500 die Londoner Kaufmannschaft bloss vier Schiffevon mehr als 120 Tonnen Tragkraft besass (Götz 541), und sichso ausschliesslich auf den kleinen Zwischenhandel beschränkte, dassz. B. die Navigationsakte Heinrich VIII. (1509—1547) noch keineAndeutung über irgend ein Produkt der neuen Welt enthalten (RogersIV, 145), waren 1582 schon 153, 1600 über 400 Kauffahrer vor-handen, und mit der ersten Fahrt Stephens von England nachOstindien (1583), begann der überseeische Handel des Königreichesgreifbare Gestalt anzunehmen (Mac-Culloch a. a. O. II, 391;Rogers IV, 153).

Der Zuckerverbrauch Englands im 16. Jahrhunderte wirdschon als ein relativ beträchtlicher bezeichnet, obwohl irgend ver-lässliche Zahlen zur Beurteilung desselben natürlich nicht vor-liegen (Moseley a. a. O.). Zucker werk, Gelees, Marmeladen, kan-dierte Zitronen, Orangen und Ingwer, sowie Schlösser, Schiffe undFiguren ans Zucker, galten bei jeder feineren Mahlzeit als unent-behrlich (Volz 473 ff.), ebenso gezuckerte Würzweine, und Biermit Zucker, Spezereien und Zimmt versetzt (Le Grand d'AussyII, 357). Ein Kirchenfest in London, 1516, erforderte 1 Pfund,der Leichenschmaus beim Begräbnisse des Lord-Mayor (1531) zweiPfund Zucker, und die Bücher der „Stationers-Company" sowie das„Chronikon pretiosum", weisen zu ähnlichen Zwecken 1554, 1558,und 1588, je 18, 16 und 10 Pfund Zucker aus (Reed 143f£).Gegen Ende des Jahrhundertes mehren sich die Klagen über denunmässigen Bedarf an fremden Weinen, kostbaren Gewürzen,.Spezereien und Zucker, so dass Macpherson eine aufklärendeSchrift verfasste, in welcher er den steigenden Konsum dieserWaaren als natürliche Folge des durch den blühenden auswär-tigen Handel wachsenden Wohlstandes hinzustellen suchte (Tookeund Newmarch II, 502). Camden tadelt in seiner „Geschichteder Königin Elisabeth" den übergrossen Luxus des königlichenHaushaltes, und die Verschwendung bei Festen und Gastmählern

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