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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zehnter Abschnitt.

Zucker soll man aber stets auch Kandis und Diapenidion im Hausehaben, „denn diese sind die kräftigsten Mittel bei vielen bösenKrankheiten" (II, 689).

Unter den Schriftstellern dieser Periode erwähnt den Zuckerbesonders häufig Eabelais (1483-1553). In „Gargantua" (deutschvon Gelbke, Lpzg. 1880) heisst es im cap. 18 vom MeisterJanotus: „er hatte sich den Magen vorsichtigerweise mit Zucker-brot und gut abgelagertem Weihwasser geschützt"; cap. 30 wird,Wein mit gebranntem Zucker" als Stärkungsmittel erwähnt, undcap. 59 bringt einen mächtigen Speisezettel, der unter AnderemZuckerplätzchen, sauren Rahm mit Zucker, Rosencreme, Marzipan,Dragees von hunderterlei Farbe, 78 trockene und feuchte Konfitüren,in Zucker eingemachte Früchte, Marmeladen, zwanzig verschiedeneTorten, und dergl. mehr enthält (I, 75 und 291; II, 181). —Ausanderen Schriftstellern dieses Zeitalters führt Littre (a. a. 0.)noch die Stellen an: „Le mal passe, en comparaison du present,n'estoit encore que sucre" (H. Est.); „Politien heust sceu gouterun vocable, s'il neust este en sucre confit" (Bonivard); „uneonce de sucre rouge et lenitif, des tablettes de sucre rosat, sucrecandi, sucre de reglisse, sucre blanc."

England empfing während des 16. Jahrhunderts den weitausgrössten Teil seines Zuckers aus Venedig und Lissabon, teils direkt,teils durch Vermittlung Antwerpens, des grossen Sammelplatzesaller für das nördliche Europa bestimmten Güter (Tooke und New-inarch II, 501; Rogers IV, 144); die Zuckerpreise, welche gegenEnde des 15. Jahrhunderts erheblich gefallen waren, stiegen infolgeder Zerstörung des ägyptischen Handels und des Aufhörens derdortigen Produktion, von 1515 bis 1540 fast auf das Doppelte,und da die Zufuhren aus Madeira, Mexiko, Domingo und Brasilienerst nach einer längeren Zeit den Ausfall der ägyptischen Er-zeugung ausgleichen konnten, so war Zucker fortgesetzt teuer, undsein, immerhin schon beträchtlicher Konsum, machte nur geringeFortschritte (Rogers IV, 656 und 674ff.). Er blieb indessen be-deutend genug, um zur Errichtung von Raffinerieen in EnglandAnstoss zu geben; nach Stow's, „Survey of London" wurden diebeiden ersten im Jahre 1544 durch Cornelius Bussm, FerdPoints, Joh. Gardiner, Will. Chester, und Joh. Mounsiein London erbaut, machten aber, „da sie gegen die Konkurrenzder vielen, besser und billiger arbeitenden Antwerpener Siedereiennicht aufkommen konnten", schlechte Geschäfte. Erst nach demFalle Antwerpens, und der Zerstörung der Handelsblüte dieserStadt, nahmen sie raschen Aufschwung, und verdienten in den