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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker im Zeitalter der Entdeckungen.

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trug (Peschel, „Abb.." 133; Volz 220). Zur Zeit Alfons V.von Portugal (1448—1481) waren die Ernten schon sehr be-deutend, und die Voraussagung des Venetianers Cadomosto,welcher 1455 in Madeira nur 800 Einwohner fand, und 400 Ztr.Zucker darstellen sah, „man werde daselbst bald viel mehr Zucker,ja so viel als man nur haben wolle, gewinnen 1 ' (Ramusio I, 97),traf so rasch zu, dass zu Ende des Mittelalters plötzlich Zuckerin nie gesehener Menge auf den europäischen Märkten erschien,portugiesische Barken denselben bis Pera, Venedig und Genuabrachten, — wo z. B. 1490, Ludwig Rottengatter aus Ulmvon Spinola 450 Madeira-Brote im Gewichte von 3183 Pfundenkaufte, — und der Preis des Zuckers mit unerwarteter Schnellig-keit zu sinken begann (Heyd a. a. O.). Auch auf den kanarischenInseln wurde, vermutlich schon vor 1490, der Zuckerrohrbau ein-geführt, und der englische Faktor Thomas Nicols sah 1526 aufder grossen Canaria 12, auf Teneriffa 11, auf Gomera 1, und aufMadeira 16 Zuckermühlen (Peschel, „Abh." 133). Im Jahre 1444nahmen die Portugiesen die Azoren, 1456 und 1462 die beidenGruppen der Capverdischen Inseln, und 1472 die Inseln St. Thomas,Principe und Annobon, im Meerbusen von Guinea in Besitz; auchauf diesen Letzteren gedieh das Zuckerrohr vortrefflich, es wurdenZuckermeister aus Madeira dahin gebracht „um bessern und härternZucker zu machen" (Ramusio I, 116), und als der portugiesischeKönig Johann II. 1492 eine grosse Anzahl Juden aus Portugalauswies, Hessen sich diese auf St. Thomas nieder, begannen diePlantagenwirtschaft im Grossen zu betreiben, so dass sie mehr als3000 Negersklaven beschäftigten, und errichteten zahlreiche Zucker-fabriken (Knapp, „Der Ursprung der-Sklaverei in den Kolonien",Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik, 1889, 129ff.). Um1550 fuhren schon ganze Zuckerflotten dahin, und sechzig Plan-tagen, mit Zuckermühlen und Siedepfannen wohl versehen, produ-zierten, wie der an den König entrichtete Zehnten ausweist, jährlichüber 150000 Arroben Zucker, meist in Broten von 15—20 PfundGewicht (Ritter 397)

Über die Art der Fabrikation, welche natürlich der sizilischennachgebildet war, berichtet Manardus von Ferrara(1462—1536),auf Grund mündlicher Mitteilungen aus portugiesischer Quelle,Folgendes („Epist. Medicinal.", lib. 2): Das Rohr wird zerkleinert,zerstossen oder ausgekocht, in grösseren Betrieben aber ausgepresst,der Saft geläutert, abgeschäumt und eingedickt, und die rohe Füll-

Viertol des Kintars (span. Quintais), ein Gewicht von 25 Pfund (MakkariI, 344 und 500).