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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zehnter Abschnitt.

masse vom Syrupe, den man ablaufen lässt, getrennt; der Zuckerwird in der Regel dreimal umgekocht, wobei er jedesmal reinerund besser wird, und nach dem dritten Kochen hart, sehr weissund glänzend erscheint; um Kandis „hell und durchsichtig wieAlaun" zu machen, kocht man ihn jedoch vier bis fünfmal um. Jenach der Anzahl der Kochungen erhält man Zwischenstufen vonverschiedener Qualität; so gut und preiswürdig wie die „schnee-weiss glänzenden, beim Klopfen klingenden, l 1 /,, Pfund schwerenValencia-Brote", ist keine derselben, doch kommen die Madeira-Brote von 6 bis 10 Pfund Gewicht gleich nach diesen; die 10bis 12 Pfund schweren Canarien-Brote sind weit geringer, nichtganz weiss, und wenn man schlechtere Sorten kauft, auch innenrötlich, und syrupbaltig. Solche Waare ist zerfiiesslich, zur Anferti-gung trockener Konserven unbrauchbar, und lässt oft schon währenddes Transportes einen dicken Syrup abfliessen, der manchmal, mitZucker-Klärschaum und dergl. zusammen, nochmals umgekocht wird.

Die schlechtesten Brote, „obwohl sie auch mittelst Holzascheraffiniert wurden," waren die von St. Thomas; selten waren sielängere Zeit haltbar, und spätestens im dritten Jahre pflegten siezu zerfliessen (Ritter 397; Pancirollus II, 187 ff.; Gorräus 408).

Der grosse Nutzen, den die ganze Kette der westafrikanischenInseln den Portugiesen gewährte, und die Häufigkeit der, infolge-dessen oft wiederholten Fahrten dahin, trug nicht wenig zurbesseren Kenntnis der Westküste Afrikas, und zur Lösung desProblems von der Umschiffung dieses Weltteiles bei. Die grossenGeographen des Altertums hatten nie an dieser Möglichkeit ge-zweifelt, und ganz abgesehen von der Umschiffung auf Befehl desKönigs Necho (610—594- v. Chr.), die Herodot als wirklichausgeführt berichtet (II, 158; IV, 42), während sie in neuerer Zeitwieder als unsicher betrachtet wird (Götz 236), wurde es stetsals bestimmte Thatsache angesehen, dass der indische mit dematlantischen Ozean zusammenhänge*); selbst ein, rein praktischenZwecken dienendes Werk, wie der „Periplus", bemerkt im 18. Ab-sätze: „Das Weltmeer erstreckt sich, im Westen und Süden um-biegend, rings um Afrika, und vereinigt sich mit dem abend-ländischen Ozean." Den Lehren des Aristoteles, Strabo (I, 2, 26;XVII, 3, 1) undEratosthenes entsprechend, halten auch die arabi-schen Geographen, Massudi, Albettäni, Albiruni, Istachri und

*) Schon Alexander der Grosse wollte z. B. aus Indien den See-weg rings um Afrika zur Heimkehr wählen (Arrian, „Anabasis" V, 26;VII, 1; Strabo XVII, 3, 1).