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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zehnter Abschnitt.

unterschätzten Konkurrenz von Westen her, den Anfängen einervölligen Umgestaltung entgegenzugehen.

Die kanarischen Inseln waren unter dem Namen „Insulaefortunatae" bereits den Römern bekannt, und Plinius sagt beiseiner Beschreibung derselben („Hist. nat." VI, 37), dass nochweiter im Ozean auch andere Inseln liegen sollen, darunter dievon Juba als „ Purpurinseln * bezeichneten, — so benannt, weildie, auf ihnen gedeihende Orseüle-Flechte den schönen roten Farb-stoff lieferte, dessen schon Horaz, („Episteln" II, 2, 181) gedenkt.Die älteren arabischen Geographen schrieben über diese Inselnnur auf Grund der antiken Berichte, und erst Edrisi („Geogr."

I, 104) scheinen neuere Beobachtungen vorgelegen zu haben; im13. Jahrhunderte wurden durch den lebhaften Verkehr südeuropäi-scher Hafenstädte, besonders Barcelonas, mit Tunis, Marokko, undFez, nähere Kenntnisse über die westafrikanische Küste verbreitet(Beer I, 214), und gaben Anlass, Entdeckungsfahrten in dieserRichtung zu unternehmen. Nach Petrarcas 1346 verfasstemWerke „De vita solitaria" (lib. 2, cap. 3), wurden hierbei um1300, die kanarischen Inseln durch eine genuesische Flotte neuentdeckt; Alfonso IV. von Portugal sandte 1335 gleichfallsSchiffe nach den „wiedergefundenen Inseln", 1341 folgte eine neueExpedition dahin, von der auch Ibn-Chaldun meldet (Abulfeda

II, 265), und seither wurden häufige Fahrten unternommen, umSklaven, Drachenblut und Orseille zu holen, denen aber erst 1402eine dauernde Besitzergreifung folgte (Peschel, „Entd." 47ff.;„Erdk." 175). Gegen 1350 fanden auch italienische, vermutlichgenuesische Seefahrer, die Azoren und die Gruppe von Madeira(Ilha da Madeira es Isola do legname, Wald- oder Holzinsel) auf,welche die medizeische Karte von 1351 (s. deren Abbildung beiPeschel „Erdk." 177), sowie die katalanische von 1375, bereitsenthält. Nach 1400 besiedelten die Portugiesen diese Inseln, branntendie Wälder nieder, und fanden das Klima so geeignet, den Bodenso fruchtbar, dass Heinrich der Seefahrer (1394—1460) aufden Gedanken geriet, denselben durch Anbau edlerer Kulturpflanzen,besser als bisher auszunutzen. Er liess deshalb, wie Barros be-richtet, „Reben aus Cypern und zugleich Zuckerrohr, und in derVerarbeitung desselben erfahrene Meister, aus Sizilien nach Ilhada Madeira bringen"; dies geschah im Jahre 1420, und das Zucker-rohr gedieh in Madeira so ausgezeichnet, dass das, vom PrinzenHeinrich dem Christus-Orden zugewiesene Fünftel des Ertrages,schon nach wenigen Jahrzehnten mehr als 60 000 Arroben*) be-

*) Arroba, vom arabischen Roba', heisst „einViertel", und speziell als