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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonxum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundort, u. s. Großlieferanten. 245

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1507 (v. Stetten a. a. 0. 243). Meistens waren indessen dieseApotheken nur Depots von Syrupen, Gewürzen, eingemachtenFrüchten, gewürzten Alkoholen und dergl., und die Apotheker mehrZuckerbäcker als Drogisten (Hoefer I, 507), wenn sie es nicht,wie häufig in Deutschland, vorzogen, überhaupt nur den Händlerzu spielen, und die Mittel fertig bereitet aus Italien zu beziehen(Sprengel II, 677). Als 1492 in Halle die erste Apotheke er-öffnet wurde, setzte der Magistrat in den Kontrakt, „dass zu denzwei Kollazien zu den Fasten, auf unser Rathaus acht Pfund gutenkonnzierten Zuckers, als zu solchen Kollationen ehrlich und ziemlich,abzuliefern sei" (ebd. II, 677); von der Stuttgarter Apotheke wurdeschon oben ähnliches berichtet, und noch 1491 erhielt sie die Er-laubnis, auch Lebküchnerei zu betreiben, weil sie sonst nicht genugAbsatz habe, um bestehen zu können (Beckmann, „Phys.-Ökon.Bibl.« XI, 229).

Die Apotheken waren strengen Taxen unterworfen, von denendie im „Landbuche" Kaiser Karl IV. (1347—1378) eine derältest-erhaltenen ist; in derselben werden Zucker „von allen Arten",Diapenidion, Rosenzucker, Rosen- und Veilchensyrup, sowie „alleanderen Syrupe" angeführt (Haeser I, 809); die HeidelbergerApotheker-Ordnung von 1471 enthält gleichfalls Zucker-Syrupe,während in der sogenannten „Frankfurter Liste" von 1450, einemder ältesten und vollständigsten, 327 Drogen aufzählenden Ver-zeichnisse, der Zucker auffälligerweise gänzlich fehlt (Flückiger,„Die Frankfurter Liste von 1450", Halle 1873; 4 und 49).

Was die wissenschaftliche Litteratur des 14. und 15. Jahr-hunderts betrifft, so stehen an deren Spitze die grossen Kompendiendes Simon Januensis (gest. 1303) und des Matthaeus Sylva-ticus (gest. 1342); der Erstere verfasste ein wichtiges, und nochheute unentbehrliches Wörterbuch zum Vergleiche der arabischen,lateinischen und griechischen Nomenklatur, der Letztere die „Pan-dectae medicinae", eine reichhaltige, alphabetisch angeordnete Samm-lung aus Avicenna, Serapion, Ibn-Massawaih, der arabischenDioskorides-Ubersetzung, und anderen arabischen Schriften aus-gezogen (Haeser I, 707 und 708; Meyer IV, 161 und 175).Beide Werke enthalten Vieles über Zucker. Um diese Zeit begannübrigens bereits die Bekämpfung des arabischen wissenschaftlichenSystemes, und seiner scholastischen Methode; schon Roger Baco(1215—1300), als ein, das ganze Wissen seiner Zeit umfassenderGeist, „Doctor mirabilis" genannt, ist ein Gegner des arabischenAutoritätsglaubens und lehrt die Erkenntnis der Natur durch dasExperiment (Haeser I, 715; Kopp, „Beitr." III, 89); noch feind-