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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

Tagen der glänzenden Hofhaltung Kaiser Albrecht I. (1300)ausserordentlich entwickelt hatte (Roth, .Geschichte des Nürn-berger Handels«, Lpzg. 1800; I, 21), war der Luxus den man mitZucker und Zuckerwerk trieb, ein so grosser geworden, dass derMagistrat wiederholt, doch allerdings vergeblich, ihn durch gesetz-liche Verordnungen einzuschränken suchte, wie solche z. B. dasNürnberger Hochzeitbuch« von 1485 enthält (Hüllmann IV158) Philipp Ulstedt aus Nürnberg gab um diese Zeit auchin seinem „Coclum Philosophorum« Anweisung zur Bereitung der,im Mittelalter so beliebten süssen Würztränke; er beschreibt dieDarstellung von Ciaret „durch Macerieren und Filtrieren von vierPfund Weisswein, 4 Unzen hartem weissem Zucker, 1 Dnze /mnmt,3 Gros Koriander, 2 Gros Gewürznelken, l'/ 2 Gros Ingwer, 1 /, brosParadieskörner, */« Gros Zedoar (Zitwer), und 2 Scrupel spanischenPfeffer«, sowie die des kostbaren „Aquavifs Friedrich III. , wozuman 4 Pfund Alkohol, 4 Pfund Malvasier, 16 Pfund weissenZucker, nebst Zimmt, Ingwer, Muskat, Macis, Zedoar, Zitronen,Galanga, Kubeben, Salbei, Lavendel, Melisse, Iris, Balsaminen,Rosen; Kampher, Rosinen, Feigen, Cichorien, Flieder und Rosenölgebrauchte (Hoefer I, 474). _ [■

Aber auch im Norden Deutschlands war der Zucker nichtunbekannt; in Marienburg, wohin 1309 der Sitz des deutschenRitterordens, aus Venedig verlegt worden war, versüssten sichschon um diese Zeit die Ordensbrüder den sauren Landwein, derdamals in den Weichsel-Niederungen wuchs, mit Zucker (Volz472) und die Schlossküche war mit kandierten Aromen und Ge-würzen, Konfekten und Südfrüchten, wohl versehen (Klemm IX,88) In Bremen sah man 1376, bei einem Feste des ErzbischofsAlbrecht, vergoldetes Zuckerwerk in Gestalt von Häusern mitTürmen, Bergen, Vögeln, Schwänen, und lebensgrossen geharnischtenRittern (Volz a. a. O.); in Danzig war nm 1400 Zucker im Gross-handel zu haben (Flückiger, „Dokumente«), und wurde vondort aus auch nach Skandinavien gebracht, wo schon 1328 bei deiBegräbnisfeier des Reichsrates P ett er so n 4 Pfund verbrauchtwurden, und im Jahre 1400 ein Feinschmecker empfahl, Kn-scn-trunk mit Zucker zu versüssen (Volz a. a. O.). In Lübeck ist1445 „Sucker candigen«, gegen 1500 „Suckercandit", bucker-candy«, „Rosenzucker« und „Suckerbannit« (Zuckerpenid nach-weisbar (Schiller und Lübben, „Mittelniederdeutsches Wörter-buch« IV 459); gegen Ende des Mittelalters exportierte auchLübeck Zucker nach Schweden, und der König Gustav I wirftz B in einem Briefe seiner Tochter vor, sie habe ihre Krank-