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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 241
solcher Mandelkuchen erwähnt (Klemm IX, 87); 1335 bekamenim Kloster Königsfelden die Kranken „Speise mit Zucker" (Volz216), 1368 sind Zuckerbäcker in Augsburg nachweisbar (KlemmIX, 156), und 1385 werden beim Amtswahls-Schmause auf derMartinspfarre in Köln, „Kuchen mit Zucker, und in Zucker ein-gemachte Birnen aus Frankreich" aufgetischt (Hüllmann IV, 155).Am Konstanzer Konzil waren 1414—1418 nicht weniger als77 „Apotheker" anwesend, um das nötige Konfekt und Zucker-werk zu liefern (Volz 217); 1445 wird Zucker als Handelsartikelin Wien genannt (Weiss, „Geschichte der Stadt Wien", Wien1872; I, 228), und bei der Hochzeit Georg's von Bayern miteiner polnischen Königstochter zu Landshut (1475), kosteten dieFestessen 55 766 Gulden, und erforderten 207 Pfund Safran, 386 PfundPfeffer, 286 Pfund Ingwer, 205 Pfund Zimmt, 105 Pfund Nelken,85 Pfund Muskat, und 500 Pfund Zucker (Henne am Rhyn,„Kulturgeschichte des deutschen Volkes", Berl. 1886; I, 359; ebd.I, 367, die Abbildung eines solchen fürstlichen Mahles von MichaelWohlgemuth). In ähnlicher Weise ging es bei der Hochzeitdes Königs Mathias von Ungarn mit Beatrice von Neapelzu Ofen 1476, her: Die Tafel schmückte ein Baum mit Engelnund Eichhörnchen aus vergoldetem Zucker, und ein ganz aus Zuckerbestehender Garten, mit Hecken, Gesträuchen und zahlreichensingenden Vögeln. Aber auch in weniger hohen Kreisen war,gegen Ende des Mittelalters, bei Hochzeiten „eine Collatzvon allerhand Schleckwerk, wobei Gebäck und Zuckerwerk allerleiHeiratsfiguren zeigten", allgemein gebräuchlich (Rohrbach, „Zeit-schrift für Kulturgeschichte" 1856, 64).
In Freiburg i. Br. wird Zucker 1480, als von NürnbergerHändlern aus Jenw (Genua) und Parsalonye (Barcelona) einge-führt, erwähnt (Flückiger, „Dokumente zur Geschichte der Phar-macie", Halle 1876); in Augsburg wurden 1485 bei einem Stadt-mahle vier Pfund verbraucht (Volz 217), ebenso in Schweinfurt1488, und bei der Fastnachts-Mahlzeit in Ulm 1495. In Stuttgartgab 1457 Graf Ulrich dem Meister Johann Kettner Privilegiumund Erlaubnis zur Errichtung einer Apotheke, wofern er sich ver-pflichte, dem Hofe alles nötige Zuckerwerk und Konfekt, das Pfundzu 12 Schillingen zu liefern (Beckmann, „Beitr." II, 505); 1468wurde eine neue Apotheke konzessioniert, mit dem Auftrage „stetsgenügend Zucker-Konfekt mit Bisam, Zuckerpenid, und die nötigenSyrupe zu führen" (ebd. II, 506), und auch die Apothekertaxe voni486 erwähnt Zucker, kandierte Gewürze und Konfekt (Volz 217).Zu Nürnberg, dessen italienischer Handel sich besonders seit den
Xjlppmftnxt, Geschichte des Zuckers.
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