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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

(ebd. I, 110); da Salpeter ein sehr kostbarer, mit einem hohenAusfuhrzolle belegter Artikel war, zu dessen Ankauf die Städte,z. B. Nürnberg 1421, eigne Gesandte schicken, und dessen guterRuf für Venedig so wichtig war, dass die Stadt, bei einlaufendenKlagen über die Beschaffenheit der Waare, zollfreien, Rücktrans-port und Umtausch derselben bewilligte (ebd. I, 170 und 135),so ist hierbei entweder an eine Verfälschung, oder an den Ver-such einer Zolldefraudation zu denken.

In Süd- und Mitteldeutschland war der Zucker, während des14. und 15. Jahrhunderts, in vornehmeren Haushaltungen schonziemlich verbreitet; ein Beweis hierfür ist das „Buch von guterSpeise", ein zu Anfang des 14. Jahrhunderts verfasstes Kochbuch(Neue Ausgabe, Sttgt. 1844), welches 96 Rezepte enthält, derenNamen, z. B. „griechischer Reis", „heidnischer Kuchen", „heid-nisches Haupt", „Mus von Jerusalem", „griechische Hühner",vielfach auf orientalischen Ursprung schliessen lassen. Es heisstdarin z. B.:

No. 4. „Griechische Hühner". „Dies sind griechische Hühner:man soll Hühner braten; und ein Fleisch eines Schweines, weichgesotten und gekocht, untereinander; und nimm ein Vierling Rosendazu; und nimm Ingwer und Pfeffer, und Wein und Essig, undZucker oder Honig; und siede das zusammen; und versalz' es nit,und gieb's hin." — No. 62. „Ein Mus": „So du willst machen eingut Fastenmus: so nimm Pfirsiche und dicke Mandelmilch darüber;und siede es wohl in Mandelmilch; und thue dann Zucker darauf.Das Mus soll heissen: von Jerusalem, und das isset man kalt oderwarm" — No. 76. „Einen Blamensir": „Wer will machen einenBlamensir (d. i. Blancmanger), der nehme dicke Mandelmilch; undHühner wohl gerupft; und thue das in die Mandelmilch; und rühredas mit Reismehl und Schmalz genug; und Zucker thue genugdazu. Das ist ein Blamensir." — Ebenso beschreibt No. 3 einenBlamensir aus Mandeln, Ziegenmilch, Reis, Hühnerbrust (oder inden Fasten Hecht), Veilchen, Schmalz und Zucker; No. 77 einenBlamensir aus Mandelmilch, Eidotter, Reis, Veilchen, Hühnerbrustund Zucker; No. 5 „griechischen Reis" aus Reis, Schmalz undZucker; No. 1 eine „Fülle" aus Mandeln, Kirschen, Reis, Milch,Schmalz und weissem Zucker; die Nummern 24, 71, 72, 74 endlich,verschiedene Mandelkuchen, aus Mandeln, Semmel, Milch, Eidotter.Brot, Schmalz, Reis, Gewürz und Zucker.

Schon bei der Einweihung der Frauenkirche in Weissenfeis(1303) wird beim Festschmause, neben Eiersuppe mit Safran, Pfefferund Honig, und Eierkuchen mit Honig und Weinbeeren, auch ein