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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 237

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Safran und Zucker, Torten aus Äpfeln und Birnen, und Figurenaller Art, z. B. ganze Hirsche und Schwäne, ans Zucker (ebd. II,232, 277, 319).

Jeanne d'Evreux, die dritte Gemahlin König Karl V. (1364—1380), hinterliess hei ihrem Tode (1372), nebst allerlei Gewürzenund Spezereien, auch vier kleine Zuckerhüte, jeden von fünf PfundGewicht (Leber 94); als Leo von Armenien 1383 Karl VI.besuchte, schenkte ihm dieser unter anderem dreizehn Pfund Zucker(Francisque-Michel a.a.O.); 1389 wurde Isabella von Bayernmit Gaben aus Zuckerwerk aller Art, und einem Hippokras-Springbrunnen, in Paris empfangen (Le Grand d'Aussy III, 195ff.);1393 weisen die königlichen Rechnungen auf einmal 132 Pfund„Zucurium 1 - auf (Du Cange VIII, 434b), und 1394 sowie 1406verleiht der König den Verkäufern von Zuckerwaffeln, und denSaucen-Machern, Innungsrechte (Le Grand d'Aussy II, 296, 240,244): „sucre n'a jamais gate sauce" war damals sprichwörtlich,und in der That war der Zucker der niemals fehlende Bestand-teil der unzähligen, meist aus Pfeffer, Zimmt, Nelken, Paradies-körnern, Muskat, Ingwer und Rosenwasser zusammengesetzten Brühen,die man zu Speisen der verschiedensten Art zu gemessen pflegte.Der Dichter Eustache Deschamps (gest. 1420) erwähnt weissenZucker als die grösste Ausgabe eines vornehmen Haushaltes, undpreist in dem Gedichte „Sur les beautes de Paris" besonders „lesepices et ssucres qui s'i fönt"; auch Chastel spielt mit den Worten,tu ma's cy donne de mos emmielles. de paroles farcies de sucre"auf diese an, und im „Testament des Pathelin" rät der Apothekerdem Kranken zu feinem Zucker und wohl verzuckertem Gewürz(Le Grand d'Aussy 11, 198ff.; Littre II, 2, 1067).

Im Jahre 1447 schloss Jacques Coeur, durch seinen NeffenJean de Vi 1 läge einen Handelsvertrag mit dem Sultan vonÄgypten ab, durch welchen Frankreich dieselben Begünstigungenwie Venedig eingeräumt wurden; als Geschenke des Sultans anKarl VII. (1422—1461), brachte er, nach Matthieu de Coucy,ein Gläschen Balsam, einige Porzellangefässe, eine Schale Ingwer,eine Schale grünen Pfeffer, und einen Zentner feinsten Zuckers mit(Otto, „Buch berühmter Kaufleute", Lpzg. 1869; II, 62. Viennota. a. O.). Über ein Fest, das dieser prachtliebende König gab,berichten Taille van t und Favin, dass dabei ein halbes ver-goldetes Kalb mit Znckerwerk und Granatkernen, Igelbraten mitSafran und Zucker bestreut, ein künstliches Wildschwein aus Cremeund Zucker, Pflaumenkuchen in liosenwasser, Orangen- und Zitronen-Torte, Löwen und Schwäne aus Zucker, sowie Ciaret und Hippokras