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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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1). Zuokerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 21'

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Sizilien die Wiedererstellung seiner Industrie und Kunst zu ver-danken hat, folgte auf diese traurige Periode eine solche desglänzendsten Gedeihens, und zwar, dank der kräftigen Förderungseitens des Königs, mit unerwarteter Schnelligkeit, so dass sich,obwohl seit 1415 für alle ungenügend kultivierten Felder dieSteuer herabgesetzt worden war, der Ertrag der letzteren dennoch1416 bereits wieder auf 1000 Unzen (ca. 37 500 Mark in jetzigemGeldwerte) gehoben hatte. Der französische Pilger Oaumont,welcher 1418 nach Sizilien kam, schreibt („Yoyage d'oultremeren Jherusalem u , ed. La Grange, Paris 1853. 117): „Nun wisset,dass man in dieser Stadt Palermo viel Zucker macht, und dassich gerne sehen wollte, wie das geschieht. Mein Geleitsmannführte mich also in ein Haus, wo besagter Zucker dargestellt wird;das Zuckerrohr wächst auf den Feldern, und die Stengel sehen auswie Hanfstengel; sie sind auch diesen ähnlich, jedoch innen vollMark, und wachsen jährlich zweimal, wie die Leute sagen. Manerntet das Rohr, zerschneidet es in kleine Stücke, und bringt diesein eine steinerne Mühle, an der ein Pferd im Rade ringsum geht,so wie bei unseren Ölpressen*); und wenn es gut zermahlen undzerbrochen ist, wird es mit einer hölzernen Kelter gut abgepresst;aller Saft, der herausläuft, kommt in grosse Kessel, und wird indiesen stark gekocht, auf gewaltigen Ofen, in denen mächtigeHolzblöcke brennen. Ist er gut gekocht und durchgesotten, so lässtman ihn durch Leinwandsäcke laufen, und bringt ihn zuletzt inirdene kleine Formen, in denen er kalt wird und gesteht. Sobalder ganz fest ist, so ist er Zucker gewordeil, und so macht manalso den Zucker; dazu gehören aber sehr viele Geräte und Vor-richtungen, die sehr viel Geld kosten. t

Im Jahre 1419 gab die Universität Palermo eine Anweisungzur Kultur und Bewässerung des Zuckerrohrs heraus, und 1449erfand, nach Ranzano. Pietro Speciale die, später „Trappeto 1,genannte Maschine zum Auspressen des Zuckerrohres ((iregorioa. a. O.); dieselbe bestand aus drei liegenden oder stehenden Walzen,die, nur mit ganz geringen Zwischenräumen, dicht neben einanderliefen, und durch ein gemeinsames Treibwerk in Bewegung gesetztwerden konnten; das Rohr wurde zwischen der ersten und zweitenWalze hin-, und zwischen der zweiten und dritten Walze wieder■zurückgeschoben, und hierdurch auf einfache, vollständige, undbillige Weise ausgepresst. Diese zweckmässige Vorrichtung fand

*) Die Abbildung einer solchen Ölpresse, nach der Bildersammlung„Nova reperta« des Stradanus, s. bei l'eters 11, 7.