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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, U. s. Grosslieferanten. 215

Ersatzmittel, an dessen Stelle. Honig wurde ans Kleinasien, Kreta,Cypern, Euböa, Morea, und fast allen Mittelmeerhäfen importiert(Sanuto, ed. Bongars II, 24; Abulfeda II, 276; Pasi, „Tariffadei pesi e misure", verfasst 1503. Ausgabe von Vdg. 1540, 63ff.);die besten Sorten, die aus Bologna, Katalonien, der Provence, undDalmatien kamen, kosteten in schlechten Zuckerjahren 9—10 Dukatender Zentner (Pasi 73ff,). Syrup, die beim Zuckerkochen abge-schöpfte, oder beim Umkochen des Zuckers abfiiessende Masse, auchMelazzo, Miel de Canamele, Miel sucre, Mel zucarae, Zuccaramelitta, oder Melas genannt, wurde hauptsächlich aus Cypern undSizilien eingeführt (Pasi 55 und 58), und war zur Bereitung der,beim Volke überaus beliebten süssen Speisen, geradezu unentbehrlich.

Einen interessanten Einblick in das ägyptische Privatleben derdamaligen Zeit gewähren die Erzählungen ,Tausend und eine Nacht";nach Lassen (IV, 903) sind dieselben, sowohl was den Inhalt, alswas die äussere, sog. Schachtel-Form anbelangt, unbedingt indischenUrsprunges. Die indischen Bestandteile sind jedoch vielfach ver-ändert und umgestaltet worden, indem einer ersten, vermutlich ausdem 10. Jahrhundert stammenden persischen Übersetzung und Be-arbeitung, später eine zweite, arabische folgte, und schliesslich inÄgypten, wahrscheinlich gegen 1400, die jetzt vorliegende Fassungentstand, in welcher die Märchen auf das Kairo der späterenMameluken-Zeit lokalisiert erscheinen (Müller, „Der Islam" I,469; II, 346; „Deutsche Rundschau" 1887; 77). Die Erzählerinderselben, Schellerazäde. ist durch de Goeje mit grössterWahrscheinlichkeit als identisch mit der biblischen Esther er-wiesen worden.

In der „Geschichte der drei Kalender" (Derwische eines ge-wissen Ordens) erfahren wir, dass, zu einem Schmause, in ver-schiedenen Läden gekauft wurden: Oliven, Käse, eingemachteKräuter, Nüsse, Haselnüsse, Zuckerrohr, Zibeben, Pistazien, getrock-nete Früchte, Apfel, Quitten, Pfirsiche, Limonen, Gurken undOrangen, bei einem Zuckerbäcker feines Backwerk und verzuckerteFrüchte, ferner, als Gewürze, Moschus, Ambra, Weihrauch undRosenöl, endlich mit Zucker bestreute Melonen. „Süss wie Zuckerwar das Lächeln", womit eine edle Dame diese Tafelgenüsse inAugenschein nahm („Tausend und eine Nacht", deutsch von Weil,Sttgt. 1871; 1, 57 und 92). Inder „Geschichte Nur edd ins" wer-den Granatäpfel mit Zucker, Granaten mit Butter, Pfeffer undZucker sowie ein kühlendes Getränk aus Schnee, Zucker und Rosen-wasser erwähnt (ebd. I, 142, 146, 148), in der „Geschichte desChristen" gebackene Fische mit Honigseim, und Hühner mit Zucker