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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

canemelli" ans, und S. 172 bringt noch eine besondere, jedochwenig gelungene Abbildung dieses kostbaren Gewächses.

Der Ritter Arnold von Harff. welcher um 1496 nachÄgypten kam, schreibt in seinem, in niederdeutscher Mundart ab-gefassten Pilgerberichte („Die Pilgerfahrt des Ritters Arnold vonHarff 1496—1499", ed. Groote, Köln 1860, 83ff.): „Item vonRosscheto nach Foya am Nil, wo man gar viel Zuckers macht,

40 Meilen

Wir fuhren den Nil aufwärts, wenn wir guten

Wind hatten; ... an diesem Wege liegen acht hübsche Städte.Berynwall, Menya, Motobijs, Deyp, Defena, Deruty, Schandion undMaschera, da macht man gar viel Zuckers . .,. Bei diesen Städtenwächst gar viel von dem Ried oder Rohr, daraus man den Zuckermacht, und in jeder Stadt steht ein grosses Haus, darin wird derZucker bereitet, in der folgenden Weise: Man schneidet das Rohr,das gar süss ist, unten an der Erde ab, und schneidet es zu kleinenStücken, fingerlang, oder noch kürzer; die wirft man in eingrosses, breites, steinernes Gelass, in dem ein breiter Mühlsteinso angebracht ist, dass ihn Ochsen mitziehen, und auf dem unterenEstrich umtreiben, so dass dieser Stein die Stücke völlig zermahlt.Das gemahlene Rohr nimmt man fort, schüttet es in grosse langeKessel, die neun oder zehn Eimer Inhalt haben, macht darunterein starkes Feuer, und siedet es, wie man in diesen Landen Sal-peter siedet; das Oberste schäumt man immerfort ab, und giesstes in Tonnen oder Fässer. Es heisst dann Zuckerhonig (tzucker-honich), und man kocht damit dortzulande allerlei Speise, dennButter hat man allda nicht, weil sie zerschmilzt um der grossenHitze willen. Was nun zu unterst im Kessel bleibt, schütten siein spitzige Formen (Duppen), und lassen es darin kalt werden;es gerinnt, und wird zu Zuckerhüten, wie man diese vielfach inalle Lande bringt." Um 1500 sah Leo Africanus („DescriptioAfricae", Antwerpen 1556, 265) bei Manlawy elf, bei Kairo sieb-zehn Zuckermühlen, und auch auf der Insel Bulak bei Kairo be-fanden sich solche; betreff des Nildeltas sagt er: „Die Einwohnervon Derotte sind sehr reich, und besitzen viele Zuckerrohrfelder,die Gemeinde bezahlt dem Sultan 100 000 Serafinen für die Er-laubnis, Zucker zu bereiten; sie haben ein sehr grosses Gebäude,einem Schlosse gleich, in dem die Pressen und Kessel sich befin-den, und wo der Zucker bereitet und gesotten wird; die Arbeiterkosten täglich 200 Serafinen an Lohn" (Ritter 387).

Trotz solchen Reichtumes an Zucker, wurde dieser indessenin Ägypten selbst, ausser seitens der vornehmen Klassen, nichtkonsumiert, vielmehr traten Honig und Syrup, als viel wohlfeilere