D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 213
>
Kostbarkeiten, Gewürzen, und Zucker, bestochen würden* (ebd. II,82). Betreff des Zuckers sagt er (ebd. II, 24): »In den Länderndes Sultans wächst Zucker in grosser Menge, wovon der Sultanund die Sarazenen grosse Einkünfte und Steuern beziehen*);wollten sich die Christen dessen enthalten, so wäre das für jeneein furchtbarer Schaden, während doch die ganze Christenheitschon allein an dem Zucker genug hätte, der in Cypern wächst.Ausserdem wächst aber noch Zucker in Morea. Rhodus, Malta undSizilien, und würde auch in anderen christlichen Ländern wachsen,wenn man ihn dort baute; es könnte also die Christenheit betreffdes Zuckers gewiss zu keinem Schaden kommen."
Der Hauptproduktionsort für Zucker war Unterägypten unddas Nildelta, Ibn-Batuta, der Ägypten um 1325 bereiste, schil-dert den Reichtum an Zucker in Alexaudria und Kairo, wo sogardie Klosterherbergen den Reisenden in der Nacht auf Freitag,Zuckerwerk verabfolgten („Reisen* I, 74); „zu Manlawy am Nil*,sagt er, „giebt es elf Zuckerfabriken, und die Armen, welcheniemand einzutreten hindert, bringen jeder ein Stück ganz heissesBrot mit, das sie in die Zucker-Kochkessel werfen, und ganz mitZucker durchtränkt wieder herausziehen. Das Land an den Nil-mündungen aber ist so zuckerreich, dass von der Stadt Damietteein Sprichwort aussagt, ihre Mauern bestünden aus Zucker" (ebd.1, 101 und 60). Frescobaldi (1384) rühmt ebenfalls die Mengedes Zuckerrohres bei Damiette („Viaggio" 32), sowie den Zucker-reichtum Alexandrias (ebd. 27), „woselbst es mehr Schiffe giebtals in A r enedig und Genua", und Kairo's, „einer Stadt die Über-fluss an jedem Gut hat, aber vor allem an Spezereien und Zucker"(ebd. 34). Gucci („Viaggio" 282) und Sigoli („Viaggio al monteSinai", ed. Gargiolli, Florenz 1862, 169) sahen viel Zuckerrohrbei Rosette, und von Kairo sagt Sigoli (ebd. 190): „dort giebtes Zucker in Masse und zwar den besten der Welt, weiss wieSchnee, und hart wie Stein." G bis tele lässt auf der, seinerReisebeschreibung beigegebenen Ansicht von Kairo, die Zuckerrohr-felder dicht vor der Stadt, am Nilufer beginnen (S. 150), bildetdaneben ein, von zwei Ochsen getriebenes Bewässerungsrad ab,und schreibt dazu, mitten in das Bild: „Hie congregant arondines*;„Chi nasse el suchero" (hier erntet man das Rohr; hier wächst•der Zucker); in der Ansicht von Rosette (S. 205) breitet sich vorder Stadt ebenfalls ein Zuckerrohrfeld mit der Inschrift: „Sucro
*) Im Jahre 1375 betrug der Kataster Ägyptens nicht weniger ;ils9,5 Millionen Dinare, jeder zu 13'/ s Dirhem gerechnet (Abdullatif 594).