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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

nach Kerman, und über Laristan nach Ormuz am persischen Golfefand; die Verbindungen zwischen diesen Orten waren regelmässig, undso sicher, dass Johannes de Montecorvino (1291) und Odoricoda Pordenone (1320) dieselben, als Missionäre, zur Reise nachIndien und China benutzen konnten; ersterer reiste 1305 auch vonTana (Asow) über Astrachan, am Landwege, nach China, wozu ermit der tatarischen Pferdepost sechs Monate gebrauchte. Aus denBriefen des Missionärs Andrea di Perugia geht auch hervor,dass genuesische Kaufleute im Janre 1326 zu Zaytun in Chinaanwesend waren, und dort Geschäfte machten; die Reise von Tananach China kostete zu dieser Zeit für einen Kaufmann mit einemDolmetscher und zwei Dienern, und einer Wagenladung Waarenvon 2500 Goldthalern Wert, ungefähr 420 Goldthaler (= ca.-1000 fr. Goldwert), und zwar sammt Löhnung und Verpflegung.Etwa seit 1340 entzog sich jedoch dieser Überlandweg der Be-nutzung durch Europäer, teils infolge der Eroberungen T am er 1 ans,teils infolge der fortschreitenden Mohammedanisierung Zentral-asiens: fortan blieben Trapezunt, sowie die Mittelmeerhäfen Klein-asiens, die Sammelpunkte des Orientverkehres, obwohl Letztereschon zur Zeit des Ibn-Batuta (1333) unter dem Drucke derosmanischen Macht zu leiden begannen, deren erste Eroberungenindes noch keine erhebliche Störung des Handels verursachten.l'alatia, Satalia, und Candelore (Alaja) standen, ebenso wie diesyrischen Häfen, auch in lebhafter Verbindung mit Ägypten, welchezumeist die Genuesen vermittelten; sie exportierten dahin viel Honig,der zu den Lieblingsspeisen des ägyptischen Volkes gehörte (Heyd II,355 und 441), und empfingen dagegen vorzugsweise Gewürze,Drogen und Zucker.

Dass der Reichtum Ägyptens wesentlich auf dem Handel mitorientalischen Waaren und Zucker beruhe, erkannte in klarer Weiseschon Marino Sanuto der Ältere, und in seinem Buche „Libersecretorum fidelium", das er um 1306 verfasste, und dem Papste,sowie den Königen von Prankreich, England und Sizilien über-reichte, um dieselben zu einem neuen Kreuzzuge zu bestimmen,führte er aus, „dass das heilige Land in Ägypten erobert werdenmüsse", und dass Ägyptens Wohlstand allein durch Vernichtungseines indo-chinesischen Zwischenhandels, und durch Ablenkung desLetzteren nach den asiatischen Mittelmeerhäfen, gebrochen werdenkönne („Gesta Dei per Francos* ed. Bongars II, 22ff.]; er fordertedaher ein unbedingtes Handelsverbot gegenüber ganz Ägypten, undEinstellung allen Verkehres mit diesem Lande, selbst des durchGesandte vermittelten, „weil diese häufig durch Geschenke von