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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 211

hörten schon die Fahrten der Chinesen nach der indischen West-küste, etwas später auch die nach der Ostküste, allmählich ganzauf (Yule a. a. 0.).

Die verschiedenen Zölle von Calicut bis Alexandria betrugennach Piloti (um 1440) mindestens das Doppelte des Wertes derWaaren. und durch die Behandlung in Alexandria selbst, wurdenLetztere noch im gleichem Masse weiter verteuert, nach Peschel(„Abb." 140) im ganzen um 4—•500°/ 0 ; sie wurden in grossenLagerhäusern (Fondachi) aufgehäuft, und dort durch Vermittlungvon Sensalen verkauft, deren Einkommen, obwohl es nur in einemprozentischen Anteile am bewirkten Umsätze bestand, so grosswar, dass der Sultan es bisweilen für geeignet fand, die Hälftedesselben für sich in Anspruch zu nehmen; führte doch, nachPietro d'Anghiera (Heyd II, 453), allein Venedig jährlichWaaren im Werte von einer Million Dukaten aus Ägypten aus.Für den Verkehr der Christen in den Fondachi, waren strenge,zum Teil sehr drückende Vorschriften aufgestellt, und christlicheFahrzeuge durften überhaupt erst, nachdem in Kairo durch Brief-tauben*) jedesmal die Erlaubnis eingeholt war, Reisende und Waarenin einem besonderen Hafen ausschiffen, wobei eine genaue Durch-suchung und Verzollung stattfand, die sich insbesondere auch aufdas mitgebrachte Bargeld erstreckte (Heyd II, 429). Ägyptenselbst, und besonders die Reiserouten zum roten Meere, waren füralle Christen vollständig abgesperrt, so dass kein Europäer zur Seenach Indien gelangen konnte; die wenigen Italiener (meist Venetianer)und Flamländer, welche zu jener Zeit Indien bereisten, kamen stetsauf einem jener Landwege dahin, in deren Bahnen sich der Orient-handel seit dem 13. Jahrhunderte bewegte. Eine Hauptverkehrs-strasse war, nach Heyd, seit der Zerstörung Bagdads durch dieMongolen (1258), die, über Tauris oder Tabris in Adherbeidschannach Trapezunt am schwarzen Meere führende; der VenetianerPietro Viglioni Hess sich zuerst in Tauris nieder, und seinTestament von 1264 verfügt über Zucker und Schätze aller Art,an denen diese Stadt überreich war; die drei Polo passierten, vonChina zurückkehrend, 1293 oder 1294 Tauris, und fanden dortviele genuesische Kaufleute vor, welche sogar, um Rohseide zuholen, eine Schiffahrt am kaspischen Meere organisiert hatten.. Von Tauris nach Lajazzo in Kleinasien führte ebenfalls eine Haupt-strasse welche nach Osten ihre Verlängerung über Kaschan und Jesd,

*) Nach Volney (.,Voyage en Syrie", Paris 1787) kam die Tauben-post in Ägypten und Syrien erst nach der Mitte des 18. Jahrhunderts ab.

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