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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

aus 100 Teilen einmal umgekochten Zuckers etwa 50 Teile deszweimal, und etwa 22 Teile des dreimal umgekochten erhaltenworden sein, so dass das Raffinationsverfahren mit sehr bedeutendenMassenverliisten verknüpft war. Der beste cyprische Zucker er-reichte übrigens, was ßrotwaare anbetrifft, niemals die Qualität derguten ägyptischen Sorten, wie dies am besten aus dem Umständehervorgeht, dass Letztere in Venedig stets als ausserordentlicheKostbarkeit galten; so z. B. sandte der Sultan Elmahdi vonÄgypten, 1461 dem Dogen Pas quäle Malipiero ein Geschenk,bestehend aus je 60 Pfund Aloeholz und Benzoeharz. einem Fläsch-chen Balsam. 4 Teppichen. 20 Stücken Porzellan, 15 kleinenBüchsen Theriak, 5 Schachteln Kandiszucker, und 42 Broten Zucker(Muratori. „Script. ItaL" XXII. 1170). Ein ähnliches Geschenkerhielt Caterina Cornaro nach ihrem Regierungsantritte (Mas-Latrie III, 406), und bei der Übernahme Cyperns durch Venedig(1490) sandte der Sultan dem Dogen Agostino Barbarigo,nebst anderen Spezereien. auch zwei Schachteln weissen Kandis,und 100 Brote Zucker (Mas-Latrie III, 481). Gelegentlich einerGesandtschaft an einen mohammedanischen Fürsten werden jedochauch einmal 40 cyprische Brote als Gabe erwähnt (ebd. III, 5).Von grösster Bedeutung als Zucker-Erzeugungsstätte blieb im14. und 15. Jahr hunderte Ägypten, wo Alexandria. das. als wich-tigster Vermittlungsort des indischen Handels, schon 1175 über8000 Mark Feinsilber (in heutigem Geldwerte etwa 400000 Mark)an Zöllen und Gebühren eingebracht hatte, sich zu einer wahrhaftweltbeherschenden Stellung aufschwang. Der Saminelort der in-dischen Güter war Aden, woselbst man sie nach Aidab am rotenMeere verschiffte, und von da aus. auf Kamelen, binnen 9 Tagennach Kus am Nil brachte; die Fahrt stromabwärts dauerte bisKairo fünfzehn Tage, konnte aber bei hohem Wasserstande direktbis Alexandria ausgedehnt werden (Yule, Polo II, 535). Un-gefähr seit 1360 wurden die indischen Waareu auch unmittelbarbis Tor auf der Halbinsel Sinai, gebracht (Abulfeda I, 30 und147), und 1424 erschienen die Chinesen, welche schon 1342 eineGesandtschaft nach Kairo geschickt hatten (Peschel. „Entd." 20),mit Umgehung Adens, seiner Gebühren-Erpressungen und Zoll-plackereien , zum ersten Male in Djiddah, dem Hafen Mekkas(Quatremere, „Mem." II, 286 und 291); zur Weiterfahrt bis Suezwaren nämlich ihre schweren und tiefgehenden Schiffe, angesichtsder im roten Meere meist herrschenden, starken Nordwinde, nichtgeeignet (Peschel, „Abh. a 82). Dauernd scheint sich übrigensdieser direkte Verkehr nicht behauptet zu haben, und um 1430