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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 207

orden den Betrag einer Schuld, teils in zwei Mal umgekochtemZucker, teils mit dem Golde bezahlt, welches aus dem Verkaufeder Zuckerabfälle und Melassen erlöst wurde, und damals 303 Du-katen betrug (ebd. III, 249 und 250). Ein Schadenersatz an dieJohanniter, im Betrage von 606 Dukaten, wurde gleichfalls inZucker angewiessn, ebenso eine rückzuerstattende Summe für An-käufe von Sklaven, die als Geschenk für den Sultan von Ägyptengedient hatten; Andrea Cornaro, mit dessen Nichte Caterinasich Jacob IL, der letzte cyprische König, verlobt batte, wurdefür seine Schuldverschreibungen, bei diesem Anlasse, mit Zuckerbefriedigt (Herquet a. a. 0.), und 1474 belehnte CaterinaCornaro den Giorgio Cantarini mit den Einkünften aus derZuckerrohrkultur einer königlichen Domäne („Coli, des doc. inedits",a. a. O. 447).

Die Ernten dieser Domänen waren häufig schon im vorausverpfändet, z. B. 1444, für 17 000 Dukaten, an den VenetianerAngelo Micheli, später der Signorie Venedig für Bezahlungeiner alten Schuld von 120000 Besanten, sowie, aus demselbenGrunde, dem Andrea Cornaro (Herquet a. a. O.). Seit 1445übernahm das venetianiscbe Haus Martini den Zucker der DomänenKuklia und Aschelia, nicht ohne mancherlei Schwierigkeiten zubegegnen, wie denn z. B. im Jahre 1461 der grosse Rat vonVenedig, allen Staatsbürgern den Ankauf dieser Zucker verbot,welche der König, trotz des Vorausverkaufes, heimlich beschlag-nahmt hatte („Coli, des doc. inedits", a. a. O. 393). Das HausMartini kaufte 1445 auch die Produktion des Johanniterordens zuKolossi auf vier Jahre, und zwar den Quintal, rein und ohne Spitzen{welche meist schlecht und missfarbig waren) „nete e disavorate",zu 25 Dukaten (Mas-Latric III, 27); 1464 wurde ein neuerLieferungsvertrag mit Martini abgeschlossen, dessen Wortlaut derfolgende ist (ebd. III, 88): „Da die Ernten an Krystallzucker zuKolossi, im Ordensgebiete von Cypern, seit langer Zeit au dasHaus Martini unter Bedingungen verkauft wurden, die der Orden■von Rhodus nicht hat pünktlich erfüllen können, so wird zunächsterklärt, dass die Firma Martini eine Entschädigung erhalten soll,und dass die, vor 1449, 1450 und 1454 getroffenen Bestimmungenaufgehoben sind. Sodann verkauft der Orden an Johannes vonMartini 800 Quintal Krystallzucker von Kolossi, zu 25 1 /,, Dukatenden Quintal, unter folgenden Bedingungen: 1. Der Oberkomman-dant von Cypern wird jährlich, zur Zeit der Zuckerrohrernte, alleKrystallzucker, die in Kolossi und den übrigen Domänen desOrdens erzeugt werden, bis zum Betrage von 800 Quintal, an

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