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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

als Arbeiter (Mas-Latrie II, 95 und 459); der erzeugte Zuckerwurde entweder an Ort und Stelle verkauft, oder in besondereMagazine nach Nikosia verführt, und dort von den Grosshändlernübernommen. Häufig diente er auch den Lusignans zur Beglei-chung ihrer Verbindlichkeiten und Schulden (Muratori, „Script.Ital." XVII, 260). So z. B. wurde 1370 an Maria von Bourbon,die ihr schuldige Pension von 21769 Besants*), in Zucker bezahlt(Mas-Latrie II, 424), ebenso 1378 der fällige Sold für dievenetianischen Galeeren (ebd. II, 95), sowie 1386 und 1389 die,den fremden Gesandten, zur Ausgleichung der ihnen auferlegtenBesteuerung, zugesagte Rente (ebd. II, 405 und 416). Im Jahre1404 reklamierte der König von Neapel die, zum Teil in Zuckerzahlbare Mitgift der Prinzessin Maria (ebd. II, 477); 1435 suchtengenuesische Kaufleute, .denen es bekannt war, dass der KönigJanus einem Genueser, der ihm 8 500 Dukaten*) geliehen hatte,hierfür 10 000 zurückzahlen, und diese aus dem Ertrage der Zucker-verkäufe entnehmen musste, die Zuckerpreise durch verabredeteAbgabe sehr niedriger Gebote künstlich zu drücken, und führtenin Genua Klage, als daraufhin der König, dem Herkommen ent-gegen, den Zucker anderweitig verkaufte (ebd. III, 26). An denJohanniterorden in Rhodus, — derselbe hatte seit 1310 seinenSitz auf dieser Insel —, zahlte der König 1446 und 1468 denRest einer Schuld, in weissem, einmal umgekochtem Zucker (ebd.III, 31 und 232). Als 1452 die Republik Venedig die endlicheRückzahlung ihrer Darlehen forderte, und drohte, andernfalls allenHandel nach Cypern zu verbieten, den mit den Johannitern undden Cornaros in Piskopi ausgenommen (letztere waren nämlichschon seit 1300 dort begütert), erfolgte 1454 eine Abschlags-zahlung, bestehend in 60 Quintal Krystallzucker, und weitere40 Quintal wurden in Aussicht gestellt („Collection des documentsinedits", Paris 1882, 377 und 379). Im Jahre 1468 bezahlteKönig Jacob dem kataloniscben Kaufmanne Antonio Serera,für gelieferte Stoffe und Schmucksachen, sowie für die Anfertigungeiner Königskrone, 2 094 Dukaten in Form von dreimal umgekochtemZucker, den Quintal zu 120 Dukaten, jeder ä 7 Besant, berechnet(Mas-Latrie III, 220), ebenso auch dem Kaufmanne Johannes€osta 1354 Dukaten; im selben Jahre erhielt auch der Johanniter-

*) Um 1200 hatte ein Besant fr. 2,37, um 1400 nur fr. 1,50 Silber-wert, was, im Vergleiche zur Jetztzeit, einem mindestens sechsmal grösserenGeldwert entspricht; ein Goldbesant hatte, um 1200, fr. 9,5 Goldwert, etwafr. 80 heutigen Geldwert; ein venotianischer Dukaten war fr. 7,20 in Goldgleichwertig (Mas-Latrie I, 29; II, 87 und 450; III, 90).