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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. g. Grosslieferanton. 205
41 Landgütern, welche in den Jahren 1318—1340 jährlich 15 000Goldgulden an den Zentralordensschatz bezahlten, und diese Ab-gabe fast stets aus dem Verkaufe ihres Zuckers bestritten, dessenErnte, bei mittlerem Ertrage, etwa 200 000 Mark Jahreseinnahmeerbrachte (Herquet 6, und 165 ff.). Die Kommende besass eine,noch jetzt erhaltene, grosse Wasserleitung, und geriet hierdurchoft mit den benachbarten Cornaros in Streit; 1468 z. B. verlangteVenedig für letztere 10 000 Dukaten Schadenersatz, weil ihnen,durch widerrechtlichen Entzug des Wassers, ihre ganze Zucker-rohrernte vernichtet, und das Rohr derartig verdorben worden sei,dass sie, behufs neuer Anpflanzung, frisches aus Syrien hättenholen müssen („Collection des documents inedits", Paris 1882;396). Durch die Invasionen der ägyptischen Sultane, die für dievorübergehende Besetzung und Plünderung Alexandrias (1365),welche grosse, besonders für Venedig empfindliche Handelsstörungenim Gefolge gehabt hatten, Vergeltung üben wollten, wurde dieGrosskommende gänzlich verwüstet, so dass, als der deutscheOrdensritter Hesso Schlegelholtz Grosskomthur war (1411), derKönig Janus die cyprischen Ordensbesitzungen sogar zeitweisevon den Staatssteuern befreite; unter diesen war auch eine Ab-gabe von 5 Quintal 18 Rotoli Zucker, und 6 Quintal 96 Rotoli Melasse(Miel de calainele) seitens der Grosskommende, und von 2 Quintal25 Rotoli Zucker, und 1 Quintal 28 Rotoli Melasse seitens der Kom-mende Phinika-Anoghyra, vorgesehen.*) Erst gegen Mitte des 15.Jahrhunderts war die Grosskommende soweit erholt, um wieder diealten Steuern und Beiträge leisten zu können; der fränkischeRitter von Gumppenberg sagt in seiner „Pilgerreise", 1449:„Wir ritten zu einem Haus, das ist der Johannser Herren, dawachset der Zucker und das Haus heisst Koloss. Da besahen wir,wie man den Zucker macht. Man wies uns die Zuckerhüte, dieschon bereit waren: die hätten 50 Lastwagen nicht fahren können.Auch standen noch bei zwanzig Morgen (Zuckerrohr), das sie aufdies Jahr nicht mehr vermochten zu (Zucker zu) machen. Unssagte der Kommentur, dass er alle Jahre seinem Orden 12 000Gulden von dem Zucker (d. h. aus dessen Wert) abgeben miisste"(Herquet, 165 ff. und 21).
Auch die Lusignans pflegten auf ihren Domänen die Zucker-rohrkultur und die Zuckerfabrikation mit Sorgfalt, und benutztengefangene Araber und Syrer, die in dieser Kunst erfahren waren,
*) Nach Mas-Latrie (III, 90) war ein cyprischer Quintal = 250 Kilo-gramm, und ein Rotl der hundertste Teil desselben, also == 2,5 Kilogramm.
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