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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Neunter Abschnitt.

gegen Ende des 13. Jahrhundertes, als Cypern, nach der Rück-eroberung Palästinas durch die Sarazenen, und durch die Verlegungdes Sitzes des Johanniterordens dahin, eine erhöhte Bedeutung er-hielt, schon im stände war, auf den Märkten Europas eine hervor-ragende Stellung einzunehmen, und den, aus einer solchen erwach-senden weiteren Ansprüchen, auch fernerhin gerecht zu werden.

Die ältesten den cyprischen Zuckerhandel betreffenden Urkundenstammen aus dem Anfange des 14. Jahrhunderts: Aus dem Jahre1301 liegt eine Quittung über zehn Kisten cyprischen Krystall-zucker (polvere di Cipri) vor, die ein genuesischer Händler in Pisakaufte (Mas-Latrie II, 95); 1330 ladet ein venetianisches Schiff,das mit Zucker aus Kreta befrachtet war, in Cypern Krystallzucker(cuchari pulvis) dazu (ebd. II, 136); 1334 laufen Beschwerden ausNarbonne und Montpellier ein, weil Schiffe dieser Städte, welcheZucker und Gewürze abholen sollten, in den cyprischen Gewässernvon Piraten angefallen wurden (ebd. III, 728); 1378 gestattet dergrosse Rat Venedigs dem Frederico Cornaro, den Abgang einesvenetianischen Staatsschiffes zu benutzen, um seine in Piscopi an-gefertigten Krystallzucker nach Syrien zu verladen (ebd. II, 373),woselbst solche Güter in Beyrut oder Laodicea angesammelt, undvon da aus in Schiffsladungen nach Venedig verschickt zu werdenpflegten; 1390 wird der direkte Versandt von Hut- und Krystall-zucker nach Venedig gestattet, weil man in Cypern die rechtzeitigeVerschiffung desselben nach dem Sammelhafen Beyrut verhinderthatte (ebd. II, 403), — vermutlich infolge der fortwährendenZwistigkeiten zwischen Venedig und Genua, deren Einflüsse sichauf Cypern unaufhörlich bekämpften; 1404 wird dieser direkteVerkehr allgemein gestattet, 1408 aber wieder auf Beyrut einge-schränkt (ebd. II, 482 und 483); der Handel nach Genua warsolchen Schwankungen weniger unterworfen, und es bestanden hierseit 1391 feste Sätze für die Verschiffungskosten von Brot- undKrystallzuckern aus Famagusta, der Hauptstadt Cyperns, nachGenua (ebd. III, 775 und 777).

Die bedeutendsten Zuckerrohrpflanzungen hatte die Südküsteder Insel (s. deren Karte bei Ghistele, 54); hier lagen die könig-lichen Domänen Lemva, Paphos, Aschelia, und Kuklia, die Güterder Familie Cornaro bei Piscopi, wo noch jetzt an den Bächendie Anlagen der einstigen Zuckermühlen sichtbar sind (Mas-Latrie III, 31), die Ländereien des Bischofs von Limassol, die derkatalonischen Familie Ferrer, sowie die Grosskommende desJohanniterordens in Kolossi. Diese war ursprünglich eine Schen-kuno- König Hugo I. (1205 —1218), und bestand zuletzt aus