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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Zuckerkonsum Europas i. 14. u. 15. Jahrhundert, u. s. Grosslieferanten. 203

als Geschenk an die Republik Venedig gesandt wurden (Heyd,a. a. 0.). Rings um Damaskus züchtete man in Gürten und Hainendas erforderliche Obst, und man verstand, dasselbe mittelst Schneebis in den Sommer hinein frisch zu erhalten; Frescobaldi,welcher 1384 reiste, rühmt die Kunst, mit der man in Damaskus,selbst für die heisseste Jahreszeit, guten Schnee aufzubewahrenwisse (S. 141), und Casola („Viagio a Gerusalemme" 1494; Mai-land 1855, 55) erzählt: „In Syrien erhielt unser Schiffspatron einGeschenk, bestehend in Wachs, Turbanstoff, Zucker, und einemSack voll Schnee, dessen Anblick, in diesem Lande, und im MonatJuli, das ganze Schiff in das allergrösste Staunen versetzte."

Kein Staat zog vom Falle der christlichen Herrschaft imheiligen Lande grösseren Vorteil, und keinem gereichten die, sich andiesen knüpfenden Umstände und Wandlungen, zu höherem Nutzen,als dem benachbarten Cypern; diese Insel nahm, vermöge ihrerLage und Sicherheit, und als christliches Reich, im 14. Jahrhun-dert einen so ausserordentlichen Aufschwung, dass sie zum vor-nehmsten Sammel- und Stapel-Platze des gesammten Levantehandelswurde, und an Reichtum und Grösse des Umsatzes, Konstantinopelund Alexandria gleichkam (Mas-Latrie I, 511). Richard Löwen-herz hatte wäbrend des dritten Kreuzzuges Cypern besetzt, umsich am byzantinischen Kaiser Isaak dem Komnenen zu rächen,welcher gestrandete englische Schiffe plündern liess, und die ge-fangenen Kreuzritter widerrechtlich in Haft hielt; 1191 überliesser die Insel an Guy von Lusignan, welcher auf seine Würdeals König von Jerusalem zu Gunsten Heinrich's von Cham-pagne verzichtete. Unter ihm und seinen Nachfolgern gediehCypern zu hoher Blüte, wozu, nicht minder als der wachsendeHandelsverkehr, auch der Reichtum des mit dem fruchtbarstenBoden gesegneten Erdstriches an landwirtschaftlichen Produktenbeitrug, unter welchen, neben dem Wein, das Zuckerrohr eine Haupt-rolle spielte.

Vermutlich brachten schon die Araber, welche Cypern 649eroberten, das Zuckerrohr dahin, ohne dass sich indessen eine ge-naue Zeit hierfür feststellen lässt (Mas-Latrie I, 86); im 12. Jahr-hundert betrieben die Syrer, welche in der Kunst der Zucker-bereitung für sehr erfahren galten, diese auch schon auf Cypernmit grossem Fleisse (ebd. I, 103), und als Guy von Lusignan• 1192 einige hundert Edelleute belehnte, konnte er ihnen bereits,neben anderen Naturalabgaben, auch Zucker anweisen (ebd. I, 45).In der Folgezeit wurde die Zuckerindustrie sorgsam gepflegt, undnahm allmählich an Ausdehnung und Umfang zu, so dass sie,

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