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Achter Abschnitt.
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Pfeffer, Nelken und Muskat wurden als Schmuck der Kopfhauben ge-tragen (Schultz I, 241; Abbildg. bei Clusius, „Hist. arom."1605, 232), und bildeten, neben Weihrauch, Safran, Cardamom,Zimmt, Galgant und Ingwer, das Zubehör eines kaufmännischenGrossgeschäftes (Schultz I, 274). Von süssen und gewürztenSpeisen finden sich Honigkuchen, Gewürzkuchen, gefüllte Torten,feines Backwerk, Krapfen, in Fett gebacken und mit Zimmt bestreut,Pfannkuchen, und verzuckerte oder eingemachte Mandeln, Feigen,Rosinen, Datteln, Granaten, Ingwer, Nelken, Cardamom und Mus-katnüsse häufig erwähnt (ebd. I, 291, 293, 338). Meth, Bimen-und Apfelmost, für sich, oder mit Honig und Gewürzen versetzt,war wegen seiner Süsse sprichwörtlich, und wurde namentlich imNorden Deutschlands reichlich verbraucht, während er im Süden schonim 12. Jahrhunderte nur mehr als Getränk der niederen Ständegalt, und bei Vornehmen dieser Genuss als Völlerei angesehenwurde (Schultz 1, 296; Wackernagel a. a. 0.); an seine Stelletrat dort der Wein, welcher meist aus Venedig kam. Cyperweinwird zuerst in Basel 1288 erwähnt (Wackernagel a. a. 0.), undder Bischof Heinrich von Rotenegk Hess, um die nämlicheZeit, solchen schon den Regensburger Domherren an gewissenTagen verabfolgen (Schultz I, 303); die sauren deutschen Weineund Obstweine (Lit), wurden bloss mit Honig und Würzen ge-mischt getrunken, oder, wie dies schon in den Kapitularien Karldes Grossen vorkommt, über süsse Früchte abgezogen, und dannnach diesen benannt, z. B. „Moratum" oder „Möraz" nach Maul-beeren (Wackernagel, a. a. ().). Französischen Ursprungs sind„Piment", „Ciaret", „Sinopel" oder Zinopel (von Zinnober abge-leitet), „Syropel" (von Syrup), „Hippokras", als besonders gesundnach Hippokrates so benannt, und „Ciaret claratum" oder„Lautertrank", ein Wein mit Honig, Zucker, Gewürzen, frischenund gedörrten Kräutern, z. B. Salbei, Ysop, Rosen u. dergl. ver-setzt, und dann durch Leinwand filtriert (Wackernagel a. a. 0.;Schultz I, 305 ff.); Glühwein verstand man ebenfalls zu bereiten(Schultz I, 307), und ihm durch Kräuter, Früchte und Gewürzeverschiedene Geschmäcke zu erteilen.
Spezereien und Arome dienten indes nicht nur zu Küchen-zwecken, sondern fanden auch medizinische Anwendung (SchultzI, 159), vermutlich nach dem Vorbilde Salernos, wo diese, zuerstim Abendlande, durch Errichtung einer Apotheke geregelt wurde
vielleicht aus dem 12. Jahrhunderte stammenden Logende „Der Ritter mitdem Fässlem" (Hertz, „Spiolmannsbuch", Sttgt. 1886, 191).