Der Zucker zur Zeit der Kreuzzüge.
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Venedig gekommen waren, und dort dauernde Handelsverbindungenangeknüpft hatten (ebd. II, 47).
Auch Augsburg sandte seine Waaren schon im 12. Jahrhun-derte, wenn nicht noch früher, über Villach nach Venedig; derZolltarif der Wertachbrücke von 1282 erwähnt die nach VenedigReisenden, und eine Urkunde von 1308 spricht von „der altenFreundschaft Augsburgs und Venedigs" (ebd. II, 57). Nürnberg,dessen Namen unter Heinrich III. (1039—1056), der ihm Markt-freiheit, Zoll- und Münzrecht verlieh, zuerst genannt wird, und dasvon Friedrich IL 1219 einen grossen Freiheitsbrief empfing(Roth, „Geschichte des Nürnberger Handels", Lpzg. 1800; I, 6und 12), begann erst um 1250, in lebhafterer Weise sogar erstgegen 1300, in Venedig zu verkehren (Simonsfeld II, 73). Kölndagegen, das um 1074 schon mehr als 600 sehr reiche Kaufleutebesass, und als Stapelmarkt für die Niederlande, England und denNorden, von besonderer Bedeutung war (Lamprecht, „Skizzenzur rheinischen Geschichte", 1887; Beer I, 241), scheint auch inVenedig schon früh vertreten gewesen zu sein; die Kölner Markhatte daselbst seit 1123 gesetzliche Geltung (Falke I, 114), undim Vertrage des Dogen Dandolo mit dem Grafen Balduin vonFlandern (1201), wurde die, für die Überfahrt des Kreuzheeresan Venedig zu zahlende Summe, in Kölner Mark aiisgeworfen(Romanin II, 152; Hüllmann I, 397).
Unter dem Einflüsse dieser vielfachen Handelsbeziehungen,sowie namentlich unter der, seit Beginn der Kreuzzüge die ge-sammte Lebensweise der höheren Stände umgestaltenden Einwirkungsüdfranzösischen Wesens (Wackernagel, „Zeitschrift für deutscheAltertumskunde" VI, 261), begannen seit dem 12. Jahrhunderteauch in Deutschland orientalische Produkte bekannter zu werden,sowohl kostbare Stoffe und Waffen (Schultz I, 251 ff.; II, 7ff.),als auch Arome und Gewürze. Von diesen war Pfeffer das Wich-tigste und Gesuchteste; er diente zur Abtragung landes- undgrundherrlicher Leistungen, als Abgabe und Zoll*), als Deputat zustädtischen Festen und kirchlichen Feiern, und galt geradezu alsSinnbild des Orientes (Indien = Pfefferland) und des Orienthan-dels**) (Schultz I, 338; Hüllmann I, 23 und 30; Roth I, 19).
*) Nürnborg schickte noch 1800 den jährlichen Becher Pfeffer nachMainz (Roth I, 19).
**) Pfeffersack und Kaufmann gilt als gleichbedeutend, s. die bekannteAudienz des Götz von Berlichingen bei Kaiser Max I. (Roth I, 401).Pfeffersiicke heissen jedoch die Kaufleute auch schon in der aus dem 13.,
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