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Achter Abschnitt.
und die Notiz über den Untergang von vier mit Spezereien beladenenvenetianisclien Galeeren, in der „Chronik" des Bischof es Thietmarvon Merseburg (976—1019), deuten (Simonsfeld II, 7). Regens-burg, von Karl dem Grossen neu befestigt, und mit einer Schiff-brücke versehen, und seit dem Vertrage von Verdun (843) Resi-denz der deutschen Karolinger, und Reiseziel der orientalischenund griechischen Gesandten an diese (Falke I, 31 und 40), standschon um das Jahr 900 in Handelsbeziehungen zu Venedig, undbezog von dort aus Seide und Gewürze (Heyd a. a. 0.). Im
10. Jahrhunderte nahmen dieselben an Bedeutung zu, da das deutscheReich, — im Inneren politisch gross und selbständig, — nachaussen geistig und materiell von dem schon glücklicher vorge-schrittenen romanischen Süden, und samt diesem wieder von Kon-stantinopel, dem glänzenden Mittelpunkte der Bildung und desGewerbefleisses abhängig war, und der Handel sich eifrig den Ver-mittlungspunkten zwischen Orient und Occident zuwandte. Gegen1100 schildert der h. Eberhard Regensburg als die blühendsteund bevölkerteste deutsche Handelsstadt, und seit Beginn der -Kreuz-fahrten ontwickelte sich auch donau-abwärts ein lebhafter Verkehr,der bis Konstantinopel gereicht haben soll (Falke I, 71). Dortgab es zwar im 12. Jahrhunderte bereits eine Kolonie deutscherKaufleute, es ist jedoch unrichtig, dass diese auch donau-aul'wärtsnach Deutschland verkehrt hätten, wie dies Hüllmann („Geschichtedes byzantinischen Handels", Frankf. 1808, 101), aus den Zolllistendes Ortes Stein, zur Zeit der Herzöge Leopold und Friedrichvon Babenberg (1177—1198), folgern zu können glaubte; nachHeyd ist es vielmehr zweifellos, dass die, in diesen Listen ge-nannten Waaren und Gewürze, aus Regensburg herabkamen,dessen regelmässiger Verkehr nach Osterreich auch aus der Existenzdes „Regensburger Hofes" in Wien, und der diesbezüglichen Ur-kunde Herzog Leopold's von 1192 hervorgeht (Falke I, 75).Im „Fondaco*) dei Tedeschi" (deutschen Kaufhaus) zu Venedig,das vielleicht schon vor 1200 (Röhricht, „Deutsche Rilgerreisen",Gotha 1889, 12), jedenfalls aber um 1200 bestand (Simonsfeld
11, 8), sassen die Regensburger Kaufleute zu oberst an der Tafel,weil diese Stadt als die erste betrachtet wurde, deren Bürger nach
*) Fondaco (span. Fundago, franz. Fondique) kommt aus dem Ara-bischen, von Fondoq = Herberge, wie manche andere, auf den Handel be-zügliche Ausdrücke; z. B. Magazzino (span. Magazen, franz. Magasin), vonMachsan = Speicher; Zechino (span. zoquin, franz. soquin) und zeeca (span.zeca), von Sekkah = Münzhaus; ebenso Tara, Tarif, Sensal, Dogana, Gabollau. dergl. (Amari III, 887; Schrador I, 33, 137, 159).