Der Zucker zur Zeit der Kreu/.'/.iige.
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(Haeser I, 719; Kopp, „Beitr." II, 267), ein bedeutender Arzt,Alchemist und Astrolog war, Medizin und Philosophie lehrte, undals Gegner der Scholastik, Verfechter der Empirie, und Bekennerfreimütiger Lehren, von der Kirche auf das Bitterste verfolgt wurde(Kopp, „Beitr. u III, 101). In seinen Schriften („Opera", Lyon1518) macht er vom Zucker, und zwar stets nur von weissem,ausgedehnten Gebrauch, und verordnet ihn häufig pfundweise (S. 84,88, 172); weisser Zucker (65), reinster weisser Zucker, Brotzucker(84), Kandis (130), Penid (130, 194, 204), Diapenidion (88, 315),Zuckerwasser (307), Zuckersyrup aus Brotzucker bereitet (129),Sauerzucker (323), Rosen- und Veilchenzucker (88, 320), Kon-fektionen aus Gewürzen, Syrup und Zucker (72, 323), sowie mitZucker vergohrene Arzneien (314), rechnet er zu den wichtigstenund gebräuchlichsten Heilmitteln. „Honig und Zucker" sagt er(69), „nähren wenig, aber doch genügend, und in angenehmer Weise;Honig wirkt erwärmender als Zucker, im Körper Cholerischer gebenauch beide leicht in Galle über, können aber sonst nicht schaden";daher verordnet er auch oft bei seinen Arzneien „Zucker nach Ge-schmack", „Zucker nach Belieben" (88, 89). Auch zu mancherleiSpeisen und Getränken wendet Arnaldus den Zucker an, so z. B.zur Bereitung der „alba comestio", d. i. Blancmanger, einer Haupt-speise des 12. und 13. Jahrhundertes, deren auch der Roman „Jehande Saintre" Erwähnung thut: Kapaunbrust, Mandelmilch, Weissbrot,Ingwer und Zucker werden vermischt, passiert, eingekocht und miteiner Sauce von Rosenwasser begossen (Le Grand d'Aussy, IL,252). Zum Panieren der warmen, sowie zum Bestreuen der kaltenBraten, empfiehlt Arnaldus ein Pulver aus Zucker, Ingwer, Carda-momen, Ziuimt, und Safran, mit Rosen- und Orangensaft befeuchtet(ebd. II, 261), auch giebt er eine Vorschrift zur Anfertigung vonverzuckerten Zitronen und Orangenschnitten (ebd. II, 265), vonPinien- und Ingwer-Pasten (ebd. II, 326), sowie von verzuckertenund eingemachten Pinien, Mandeln, Nüssen, Haselnüssen, Anis,Ingwer, Koriander und Rosen, wozu stets nur der feinste, mit Ei-weiss geklärte, und wohl abgeschäumte Zucker verwendet werdensoll (ebd. II, 315). Gewürzte Weine fertigt er durch Auskocheneines, mit Zucker, Muskat, Zibeben, Rosinen, Nelken, Rosen, Kräuternu. dergl. gefüllten Säckchens, mit reinem Wein an, und bezeichnetals edelsten derselben den „Nektar", welcher Ingwer, Nelken, Para-dieskörner, Zimmt und Zucker enthielt (ebd. III, 70). Diese Ge-tränke dienten jedoch vornehmlich als Heilmittel und wurdeneben deshalb mit Zucker, und nicht mit Honig bereitet (ebd. 111,68); hierher gehört auch Arnald's berühmtes „aqua auri" (Gold-