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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Achter Abschnitt,

ist (nach dem Erkalten) locker, schaumig, weniger süss, leicht zer-fliesslich, und kracht nicht zwischen den Zähnen beim Draufbeissen;das Gute aber wird (aus der noch heissen Masse) ausgeschöpft, inrunde Gefässe gefüllt, und in die Sonne gestellt, bis es trockenund weiss wird. Es giebt aber auch gelben Zucker, der jedocherhitzender als der weisse wirkt, und deshalb bei starken Fiebernnicht verordnet werden darf. Zucker ist aber gut und milde vonEigenschaften, er ist lösend und reinigend, stärkt den Magen,mildert Rauhheiten der Brust und Lunge, klärt die Stimme, undvertreibt Husten und Heiserkeit. Daher ist er sehr wichtig fürdie Medizin, und dient zu Pulvern, Tränken und Syrupen" (lib. 17,cap. 197). „Man erfreut sich mehr an der Süssigkeit als anirgend einem anderen Geschmacke, und nichts anderes ist dermenschlichen Natur so angemessen und entsprechend als Süssig-keit. Der rein süsse Geschmack ist der angenehmste von allen,weil die Natur des Süssen der des Blutes verwandt ist, weshalbauch Süssigkeit erheitert und stärkt; von allen Süssigkeiten istaber Zucker der Natur am angenehmsten, und schadet nur, wennman mehr davon zu sich nimmt, als man verdauen kann. Er istdem Körper verwandt, und daher sehr leicht assimilierbar und einvorzügliches Nahrungsmittel" (lib. 19, cap. 41 und 42). „AusZucker bereitet man auch Getränke: Claretum ist ein Trank ausHonig, Wein und Gewürzen, die man feinstens stösst, mit Honigund Zucker in ein Leinensäckchen thut, worauf man mit bestemWeine erschöpft, und die Flüssigkeit dann klärt. Oxymel ist■ein Trank aus Kräuteressig und abgeschäumtem Honig, den manlangsam einkocht und mit Eiweiss klärt, welches die Enreinig-keiten an sich zieht, an die Oberfläche steigt, und abgeschöpftwird; auf diese Weise bereitet man auch aus Zucker und vielenSpezereien Getränke, sowie auch aus Rosen- und Veilchen-Syrup"(lib. 19, cap. 56 und 58).

Fast identisch mit Bartholomäus Anglicus ist die Schrift„De naturis rerum" von Thomas de Cantiprato (gest. 1270),welcher aber auch dem Jacobus de Vitriaco vieles entnahm;aus ihm und Platearius ist wieder das Meiste kompiliert, wasVincentius Bellovacensis (gest. 1264), der gelehrte VorleserLudwig IX., in seinem „Speculum majus" über naturwissenschaft-liche Dinge vorbringt (Meyer, „Bot." IV, 93 und 97); was erüber Zucker sagt, ist grösstenteils wörtlich dem Platearius•entlehnt.

Sicher ein Zögling der Schule von Montpellier, ist Arnaldus<le Villanova, welcher 1235 — 1312, oder 1248 — 1314 lebte