Der Zucker zur Zeit tier Kreuzzüge.
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„Sollst Statthalter du von Navarra sein,
„Gerecht regieren Gross und Klein.
„Mit Eises Kälte und Feuers Hitze
„Biete den Feindon dort die Spitze;
„Doch sollst du auch Honig in vollen Waben
„Und Zucker, den süssen, mit dir haben."
Auch unter dem Mundvorrat einer Festung in diesem navarre-sischen Kriege, werden drei und ein halbes Pfund Zucker erwähnt(ebd. 603), der vermutlich für medizinische Zwecke bestimmt war.
Die Anwendung des Zuckers in der Heilkunde, erhielt gleich-falls von der Provence aus neue Förderung, woselbst die Schulevon Montpellier, angeregt durch den wachsenden Verkehr der Stadtmit dem Oriente und dem arabischen Spanien, seit 1150 raschBedeutung zu gewinnen, und mit dem Ruhme Salerno's zu wett-eifern begann (Prutz 474; Höfer I, 365). Aegidius Corbo-liensis, der Leibarzt des Königs Philipp August (1180—1223),ein Zögling Salerno's, der eine metrische Bearbeitung des Pla-tearius herausgab, und Auszüge aus den Schriften seines LehrersPetrus Musandinus „über die Krankenkost" lieferte, in denenHonigwein und in Syrup gekochte Hühner eine grosse Rolle spielen,ist wohl der letzte Vertreter des rein salernitanischen Systemes inFrankreich (Meyer, „Bot." III, 515; Haeser I, 674).
Der erste Sprössling von hohem Rufe der aus der Schule vonMontpellier hervorging, soll, nach Sprengel, BartholomäusAnglicus gewesen sein, welcher gegen 1250 sein berühmtes Werk„De proprietatibus rerum" (= Über die Eigenschaften der Dinge)herausgab; ob indes diese Angabe Sprengel's richtig ist, stehtdahin, da nach Haeser (I, 695) und Meyer („Bot." IV, 87) überdie Lebensumstände jenes Mannes so gut wie nichts bekannt ist,und auch Hoefer (I, 449) obigen Umstandes keine Erwähnung thut.
Über den Zucker äussert sich Bartholomäus Anglicus.ziemlich ausführlich. Im Buche 17, Kap. 7 der Strassburger Aus-gabe von 1491 heisst es: „In den indischen Sümpfen wachsenSchilfrohre, deren Wurzeln beim Auspressen einen sehr süssenSaft geben, welchen man trinkt, wie dies schon Varro anführt."„Zucker macht man aus gewissen Schilfen und Rohren, die inSümpfen in der Nähe des Nils wachsen; der Saft dieser Rohreheisst Rohrhonig, und aus ihm bereitet man Zucker durch Ein-kochen, ähnlich wie Salz aus Soole. Man stampft das Schilf mitStösseln in Mörsern, kocht es aus, und dickt auf schwachem Feuerein; dabei steigt ein starker Schaum auf, während das Gute undSchwere (d. h. das Krystall) nach unten sinkt. Was oben bleibt