Der Zucker zur Zeit der Kreuzzüge.
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holles, „Historia diplomatica Friderici secundi", Paris 1857; V,1, 574; Carcani, „ Constitutiones regum regni utriusque Siciliae",Neapel 1786, 291; Amari III, 785). In Neapel ist um diese Zeit(1242) gleichfalls ein Zuckermeister „Magister Sakcherarius" nach-weisbar (Farges, in Olivier de Serres „Theätre d'Agriculture",Paris 1804; I, Vorr. 92ff.), was für die oben geäusserte Ver-mutung spricht, dass auch am italienischen Festlande Zuckerrohrgebaut, und Zucker erzeugt worden sei. Chiariti führt ein ReskriptFriedrich II. an (ebd. I, Vorr. 92ff.), worin er den Juden inPalermo gewisse Gärten überlässt, um daselbst Palmen und Zucker-rohr anzubauen, und Sprengel („Bot." I, 229) erwähnt die, aufBefehl des Kaisers erfolgte Errichtung eines „officium zuccari"(Zuckerfabrik) in der Nähe dieser Stadt. Im Jahre 1239 beauf-tragte Friedrich II. den Magister Theodorus, ihm Veilchen-zucker und Veilchensyrup für seinen Bedarf zu machen, und wiesihm alles hierzu Nötige an, worauf dann der Genannte dem KanzlerPietro a Vinea eine Kruke voll Veilchenzucker, sowie einenTopf Rosensyrup übersandte (Huillard-Breholles V, 2, 750;Carcani a. a. 0. 347); auch wird berichtet, dass der Kaiser nocham Abend vor seinem Tode, in Zucker eingemachte Birnen ass.Durch die Wirren, welche gegen Ende des 13. Jahrhunderts überSizilien bereinbrachen, und dessen Wohlstand auf das Schwersteschädigten, wurden leider auch die guten Absichten Friedrich II.zu nichte gemacht, und die von ihm so sehr beschützte Zucker-industrie auf längere Zeit in den Hintergrund gedrängt.*)
Zu derselben Zeit, wie die Handelsstädte Süditaliens, begannenauch jene im Norden der Halbinsel, in die allgemeinen Bahnendes Verkehrs auf bedeutungsvolle Weise einzugreifen, wobei vorallem Genua, Pisa, und Venedig zu nennen sind. Die Gründungletzterer Stadt durch reiche, vor den Stürmen des 5. und 6. Jahr-hunderts aus den Nachbarstädten fliehende Familien, — erst alsGruppe von Inseln mit getrennten Verwaltungen, dann als einheit-liches Gemeinwesen —, wird von Sansovino in das Jahr 407,von Anderen in die Jahre 421 oder 466 verlegt (Marin, „Storiadel commercio de' Veneziani", Vened. 1800, I, 49; Romanin,„Storia documentata di Venezia", Vened. 1853, I, 46 und 75;Beer I, 177); seit der Errichtung des ostgotischen Reiches inItalien (493), stand sie unter gotischer Herrschaft, und nahm in-
*) Wie eingehend sich der Kaiser selbst um Nebonumstände bekümmerte,zeigt ein Dekret desselben von 1239 (Huillard-Breholles V, 1, 573), woriner die Zuckcrrohrfeldor mit Dornenhecken zu umgeben gebietet, um sie vorder Beschädigung durch Hunde zu bewahren.
Lippmunn, Geschichte de» Zuckers. 12