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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Achtel' Abschnitt.

Auch Roger IL, der 1112 zur Regierung kam, und Palermo zurHauptstadt erhob, war ebenso eifrig in der PHege des Ackerbaues,wie in der Beförderung der Wissenschaften (Schack a. a. 0. I,226); an seinem Hofe lebte Edrisi und schrieb daselbst, als Er-klärung zu einem Planisphär, das der König, aus 450 PfundSilber, und in einem Durchmesser von sechs Fuss, hatte giessen,und auf das künstlichste gravieren lassen, sein geographisches Werk(Amari III, 456; „Geogr." I, Vorr. 21). Zu dieser Zeit warSizilien überreich an Zuckerrohr (Muratori, „Antiq." IV, 208;Hüllmann I, 76), Anbau und Verarbeitung desselben beschäftigtenzahlreiche Menschenkräfte, und die Steinbrüche von Calatubo liefertendie zum Mahlen des Rohres besonders gesuchten „persischen Mühl-steine" (Edrisi, bei Schack a. a. 0. I, 315). Hauptsitz der In-dustrie war die Gegend um Palermo, und Hugo Falcandus be-schliesst in seiner gegen 1150 verfassten „Historia de calamitateSiciliae" (Carusio, „Bibliotheca Sicula", Palermo 1723, 408) einebegeisterte Lobrede auf diese Stadt, mit den Worten: „Wendestdu aber den Blick nach jener Seite, so siehst du die Felder be-deckt von jener wunderbaren Graspflanze, welche die EinwohnerCanna mellis (Honiggras) nennen, wegen der Süssigkeit des in ihrenthaltenen Saftes; wird dieser langsam und sorgfältig eingekocht,so giebt er eine Art Honig, wird er aber stark und heftig ein-gedickt, so verdichtet er sich zu festem Zucker." Auch der KönigWilhelm IL (1172 —1182) war ein eifriger Förderer der Land-wirtschaft und ihrer Gewerbe; aus dem Jahre 1176 ist eine Ur-kunde desselben erhalten, in welchem er dem Kloster von Mon-reale, „molendinum unum, molendas ad cannas mellis, quod sara-cenice dicitur masara", d. h. „eine Zuckerrohr-Mühle, auf arabischmasara genannt", zum Geschenke macht (Pirrus, „Sicilia sacra",Palermo 1733, 454).

In der Folgezeit scheint indes die Zuckererzeugung Siziliensin Verfall geraten zu sein, oder wenigstens keine entsprechendenFortschritte gemacht zu haben, und das Erträgnis der Zuckersteuer,deren Vorhandensein aus der Abgabenliste von 1230 hervorgeht{Ritter 403) Hess zu wünschen übrig; Kaiser Friedrich IL, derin Palermo aufgewachsen war, und für das Gedeihen von Sizilienstets besondere Liebe trug, beauftragte daher 1239 den RiccardoFilangieri, Statthalter des Königreiches Jerusalem, „dass er zweiMeister, die ordentlich Zucker zu bereiten verstehen, ausfindig macheund nach Palermo schicke, damit diese dort Zucker machen, unddies auch andere lehren, auf dass eine solche Kunst zu Palermoniemals mehr in Vergessenheit geraten könne" (Huillard-Bre-