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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Achter Abschnitt.

folge der Nähe Ravennas, des Hauptstapelplatzes für den byzan-tinischen Verkehr, so rasch an Bedeutung zu, dass Cassiodorus(484—575) in einem, auf Befehl des Gotenkönigs Vitiges ge-schriebenen Briefe, ihren Magistrat schon mit „Tribuni maritimi"anredet und darin sagt: „Ihr, die ihr so zahlreiche Schiffe besitzet,und mit diesen oft weit ausgedehnte Räume durchmesset" . . .(Marin I, 89; Romanin I, 60 und 68). Dem oströmischen Reichegehörte Venedig nur kurze Zeit an; 697 wählte es den erstenDogen (dux), und erfreute sich seit dieser Zeit der faktischen Un-abhängigkeit, die aber erst von Karl dem Grossen auch formellanerkannt wurde (Romanin I, 92; Beer 1, 177 ff.). Im 8. und9. Jahrhunderte vermittelte Venedig schon allein den Verkehr,sowie den Briefdienst Raveimas nach Konstantinopel, und Egin-hard berichtet bereits iii den Annalen Karl des Grossen, „dassdie Venetianer jüngst (774) nach Pavia dem Heere alle Reich-tümer des Orientes zugebracht hätten, die sie aus überseeischenLändern holten" (Marin I, 203). Indem die Venetianer die Be-deutung des Orientverkehres, der infolge der arabischen Eroberungenin Syrien und Ägypten, über Trapezunt nach Konstantinopel ging,dort monopolisiert, und durch hohe Ausfuhrzölle (nach Ibn-Chordadbeh, 860, von 10 Prozent) erschwert wurde, rechtzeitig er-kannten, begannen sie in der That bereits nach 800, die Küsten Syriensund Ägyptens direkt aufzusuchen. Zu Beginn des 10. Jahrhundertsstand Venedig schon unbestritten in erster Linie, wenn es sich umgrosse Unternehmungen, und weite Meeresfahrten nach den fernerenKüsten des Mittelmeeres handelte (Romanin I, 214), und 971 be-gegnen wir den ersten Klagen der Kirche über den Verkehr mitden Ungläubigen, worauf dann die Stadt das Versprechen abgab,denselben weder Waffen noch sonstiges Kriegsmaterial zu ver-kaufen (ebd. I, 248 und 373). Die Beziehungen blieben abernichtsdestoweniger so lebhafte, dass der Doge Orseolo IL imJahre 991 die ersten Handelsverträge mit den Arabern in Spanien,Sizilien, Ägypten und Syrien abschloss (ebd. I, 269), und hiermit,angesichts des raschen Sinkens der byzantinischen Seemacht, dieHandels-Suprematie seiner Vaterstadt fest begründete; unter seinerRegierung wurde auch 996, der erste Zucker aus Syrien undÄgypten nach Venedig gebracht (Beer I, 192; Volz 214; Ritter401), und damit der weiteren Verbreitung desselben nach Mittel-europa der wichtigste Weg erschlossen.

In ungefähr dieselbe Zeit fällt auch die, vermutlich ältesteErwähnung des Zuckers, in der christlichen poetischen LitteraturEuropas; der Kardinal Pietro Damiani (988 —1072), der als

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