Der Zucker zur Zeit der Kreuzzüge.
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heit hat, ist er weiter oben schon weiss und gut, und giebt, mitEssig zur Trockene gekocht, und zu Zeltchen geformt, ein unüber-treffliches Mittel gegen Fieber und Magenkrankheiten. Man kannauch (diesen Zucker wieder auflösen und) nochmals besser auf-kochen; je öfter man kocht und reinigt, desto schöner und weisserwird er, aber desto weniger bleibt auch davon übrig."
Angesichts des völligen Mangels arabischer Original-Angabenüber die Methoden der Zuckerbereitung, bieten diese Mitteilungendoppeltes Interesse dar; leider ist aus denselben nicht zu ersehen»ob sie sich auf Überlieferung, oder auf eigene Anschauung gründen,und ob die ausschliessliche Erwähnung der pharmazeutischen Eigen-schaften des Zuckers, bloss dem Charakter des Werkes, oder auchdem Umstände zuzuschreiben ist, dass Zucker damals noch keineandere, als die rein medizinische Anwendung fand. Wahrscheinlichist es, dass, wie noch im späteren Mittelalter, so auch in damaligerZeit, in Unteritalien selbst, Zuckerrohr gebaut wurde, und dass derZucker dort als Gegenstand des Luxus, wenn auch als kostspieligerund seltener, schon früh bekannt war; als Stütze für diese An-sicht kann man anführen, „dass, als die Salernitaner im Jahre 1000(oder 1016) eine Gesandtschaft nach Nordfrankreich schickten, umnormannische Krieger zur Übersiedelung nach Süditalien, und zurTeilnahme am Kampfe wider die Sarazenen einzuladen, die Ge-sandten verlockende, im Norden unbekannte Gegenstände als Ge-schenke mitbrachten, darunter, um den Reichtum ihres Bodens zuzeigen, Früchte ihres Landes, überzuckerte Nüsse, Mandeln undOrangen, wodurch denn solche Aufforderung nicht ohne Erfolgblieb, und Apulien, als lockendes Ziel, allen von Thatenlust Ge-triebenen vor Augen trat" (Schack, „Die Normannen" I, 94).Unbedingt beweisend sind diese Worte allerdings nicht, denn wenn,man sie nicht buchstäblich auffassen will, bleibt die Annahmenicht ausgeschlossen, dass es sich um Erzeugnisse Siziliens ge-handelt habe, dass namentlich der Zucker dessen Boden ent-sprossen sei.
Die Eroberung Siziliens durch die Normannen, welche 1072mit der Übergabe von Mazzara bei Palermo vollendet wurde (AmariIII, 133), beeinträchtigte die Kultur des Zuckerrohres daselbstkeineswegs, denn nach Beendigung der seit fast fünfzig Jahrenandauernden Bürgerkriege, trat unter Roger I. eine neue Blüte-zeit des Ackerbaues, Handels und Gewerbfleisses ein (Schacka. a. O. I, 219); auf Grund der unter den Arabern erhobenenZuckerabgabe wurde eine neue eingeführt (Ritter 402), und Zucker-Erzeugung und -Handel dauerten ungestört fort (Amari III, 809).