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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Achter Abschnitt.

schützt sie vor dem Verderben, und deckt durch seine Süsse-deren bitteren Geschmack; soll seine Wirkung auch dem tiefer ge-legenen Körperteilen zu gute kommen, so mischt man ihn mitheilsamen Pulvern z. B. mit Nitrum (Soda), einer Efflorescenz desErdbodens."

„Penidium macht man so (S. 246): Zucker und AVasser kochtman so stark ein, dass ein Tropfen, auf einen Stein gebracht, er-härtet, und die Masse zwischen den Fingern zerbrochen werdenkann. Man giesst das Ganze auf eine polierte Steinplatte, lässtetwas abkühlen, rollt es zusammen, hängt es an einen gut be-festigten Haken, und dreht und flicht es fortwährend, bis es ganzweiss ist; sobald es den Händen nicht mehr anhaftet, zerschneidetman es mit einer Schere in Stücke. Pulver zumischen kann mannicht, weil es diese nicht festhält, doch kann man solche auf dasFertige streuen, z. B. Stärkemehl, damit es schön weiss aussieht.Penid ist ein vorzügliches Mittel gegen Fieber, trockenen Husten,und Brustkrankheiten, auch heilt es, in Traganthwasser aufgeweicht,aufgesprungene Lippen; bei starken Fiebern und bei Lungenkrank-heiten giebt man auch Diapenidion." Zu gleichem Zwecke wirdauch Zucker mit Perlenpulver, Rosen- und Veilchen-Zucker, Syrupvon Rosen, Veilchen, Granaten u. dergl. empfohlen, und genaueAnleitung zur Darstellung dieser Präparate gegeben (ebd. 242 r247, 252).

„Zucker (ebd. 252) ist massig feucht im ersten Grade, hateine erweichende und lösende Kraft, und, in Form eines kühlenSyrups, eine kühlende; auf zwei Pfund Zucker nimmt man (zurBereitung des Syrups) ein Pfund Wasser, doch ist mehr Wassernicht von Übel, ausser dass dann das Einkochen länger dauert.Den Zucker gewinnt man auf folgende Weise: wenn die Rohre, indenen er sich bildet, reif sind, schneidet man die Spitzen zweiHand breit ab, und pflanzt sie, als wären es Grashalme, sogleichwieder in die Erde; das übrige zerschneidet man, presst die Stückein einer Mühle aus, und leitet den Saft durch Holzrohre in kleineGefässe. Sodann wird alles zusammen in einem Kessel eingekocht,wobei eine Unmasse Schaum entsteht, und dann in runde Schüsselnausgeschöpft; diese stellt man in eigene Häuser beiseite, bedecktsie sogleich mit Spreu, und bespritzt diese sodann mit kaltemWasser. Befeuchtet man nur mit wenig Wasser, so bleibt derZucker gelb, und heisst Honigzucker (zuccara mellita), welcher,weil er von wärmerer Natur ist, bei heftigem Fieber nicht ge-geben werden darf; in den nämlichen (mit mehr Wasser besprengten)Gefässen aber, in denen der Zucker am Boden diese Beschaffen-