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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker zur Zeit- der Kreuzzüge.

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9. Jahrhunderte sporadisch bei d9fc christlich-lateinischen Poetenvorkommt, wurde allgemein erst im 11. und 12. Jahrhundert ge-bräuchlich, und zwar infolge jener Nachahmung spanisch- undsizilisch-arabischer, gereimter Muster, welcher, nach Petrarca'sund Dante's Zeugnisse, die gereimte romanische Dichtkunst derProvence und Italiens ihren Ursprung verdankt (Scherr, „All-gemeine Geschichte der Litteratur", Sttg. 1887; I, 184; Schack,„Die Normannen" II, 59; Scherer, „Geschichte der deutschenLitteratur", Berl. 1887, 38); von jenen altarabischen Vorbildern,welche hinter den späteren romanischen Nachbildungen in keinerWeise zurückbleiben sollen, ist leider nur Weniges erhalten, undauch dieses Wenige noch fast unbekannt (Schack, „Kunst undPoesie", I, 299; II, 11).

Die erste genaue Kenntnis der arabischen Heilmittel undSyrupe findet sich bei einem, als Magister Salernus bekanntenMitgliede der Schule, gegen 1130 (Haeser I, 668), sowie im ,An-tidotarium" des Nikolaos Präpositus (um 1140), des Verfassersmehrerer, früher fälschlich dem Constantinus Afrikanus zu-geschriebenen Werke, welcher Rosen- und Veilchen-Syrup, liosen-zucker und Oxyzuccara (Sauerzucker) erwähnt (Steinschneider,„Virchow's Archiv«, Bd. 40, 101).

Von weit grösserer Wichtigkeit und Genauigkeit ist jedochdes Matthäus Platearius, gegen 1150 verfasste Schrift „Desimplici medicina", nach ihren Anfangsworten auch „Circa instans"genannt, die reichste und umfassendste, an botanischen Kenntnissenalle Werke seit Plinius und Dioskorides übertreffende Heil-mittel-Lehre des Abendlandes (Haeser I, 668; Meyer, „Bot." III,513). Über die Versüssungsmittel äussert sich Platearius wiefolgt (Ausgabe von Lyon 1525, 242ff.):

„Honig wird von den Bienen aus den reinsten Teilen des auf-gesogenen Pflanzensaftes höchst künstlich bereitet; es giebt zahmenHonig und Waldhonig. Ersteren erhält man von den Bauern,welche hohle Baumstämme herrichten, in denen die Bienen denHonig aufsammeln, und er gehört, wenn er weiss ist, zu denkühlenden, wenn er rot ist, zu den erhitzenden Arzneien; derLetztere ist von geringerer Art und bitterlich, namentlich wenner aus Kastanienblüten stammt. Honig wirkt krafterhaltendund stärkend, auch konserviert er andere Säfte und Arzneien,

sprünglich nur aus 364, zuletzt aus über 2000 Versen bestand, spricht derUmstand, dass 1852 Renzi schon 146 gedruckte Ausgaben desselben nach-zuweisen vermochte (Peters II, 272 und 273).