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Achter Abschnitt.
das Fragment seines „Antidotariums", des ältesten, am Berührungs-punkte arabischer und griechisch-lateinischer Kultur entstandenenmedizinischen Werkes, in hebräischer Sprache. In dieser Anwei-sung zur praktischen Bereitung von Heil- und Gewürzmitteln,kommt unter 120 Namen nur ein, sicher arabischer vor (ebd.Bd. 42, 60), auch wird der Zucker nicht erwähnt, sondern derHonig dient noch, als alleiniges heilendes und konservierendesMittel, zur Darstellung fast aller, zum Teile sehr verwickelt zu-sammengesetzter Gemische.
Wann die Schule von Salerno zu einer öffentlichen Lehranstaltwurde, ist ebenfalls noch ungewiss; nach Meyer („Bot." III, 475 ff.)soll dies Constantinus Afrikanus veranlasst haben, welcher,nachdem er 39 Jahre im Oriente zugebracht hatte, nach Salernokam, daselbst mündlichen öffentlichen Unterricht erteilte, mehrereSchriften bekannt machte, und dann, im Jahre 1073, nach MonteCassino übersiedelte, Mönch wurde, und dort seine wichtigstenWerke verfasste. Steinschneider erklärt jedoch nur soviel fürsicher, dass Constantinus Afrikanus der erste, dem Namennach bekannte, (übrigens in jeder Hinsicht äusserst willkürliche,und in seinen Quellen-Angaben durchaus unzuverlässige) Über-setzer aus dem Arabischen gewesen sei, dass er zuerst die medi-zinische Litteratur der Araber, und eine grosse Anzahl ihrer Heil-mittel, ins Abendland verpflanzte, sowie dass er, zu einer Zeit, inwelcher die Schule Salernos bereits einen weitverbreiteten Rufgenoss, mehrere Jahre in dieser Stadt thätig war (a. a. 0. Bd. 37,351; Bd. 39, 334; Bd. 42, 91). Ob er jedoch überhaupt in Be-ziehung zur dortigen Schule trat, und welcher Art diese gewesensein mögen, ist noch durchaus zweifelhaft, um so mehr als dasgegen 1100 verfasste „Regimen sanitatis Salernitanum", das ver-breitetste und berühmteste, später vielfach erweiterte und umge-staltete Erzeugnis der salernitanischen Schule, die Spuren seinerEinwirkung nicht verrät; unter den zahlreichen Arzneien, die das-selbe vom 150. Verse an aufzählt, fehlen solche von speziell arabischerFärbung noch vollständig, unter diesen auch der Zucker (Haeser I,671). Übrigens ist das genannte medizinische Lehrgedicht, nichtweniger als durch seinen Inhalt, auch durch seine Form bemerkens-wert, welche in sog. leoninischen Versen, d. h. Distichen mit(meist sehr unvollkommenen) Reimen am Ende und in der Mitteder Zeilen, besteht.*) Der Reim nämlich, welcher schon im
*) Kine sehr gute deutsche Übersetzung des „Regimen" lieferte Düntzer(Köln 1841); für die Beliebtheit und den Einfluss des Gedichtes, das ur-