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Achter Abschnitt.
halten, sondern hauptsächlich flüssige Arzneien aus Honig, Weinund Gewürzen vorschreiben, z. B. Hydromel, Oinomel (Honig-wein), Honigmost, Hydrorosatum (Honig-Rosenwasser), Omphakomel(Honig-Traubensaft), und dergl. mehr (Haeser I, 497). Als erstergriechischer Arzt arabischer Färbung gilt Simeon Seth (um1075), dessen Werk „Die Kräfte der Nahrungsmittel 1 ' eine Anzahlder bei den Arabern gebräuchlichen Arome, Öle, und Syrupe auf-zählt (Haeser I, 478); um diese Zeit wurde, nach dem Berichtedes Eustathius (ed. Tafel 263 und 309), am Hofe der, seit 1057regierenden Dynastie der Komnenen, schon viel Zuckerwassergetrunken, und Synesius, der Leibarzt des Manuel Komnenos,empfiehlt bereits Rosenzucker zur Vertreibung des Fiebers(Sprengel II, 328). Auch Stephanos Magnetes, der Verfasserdes „Alphabetum empiricum" (um 1100), und Tzetzes (um 1150)kennen den Zucker, und letzterer erwähnt rö yXv/.vy.dlctfiov <>ttOtel %i]v Käyuqiv, „das süsse Schilf, welches den Zucker hervor-bringt" (Stephanus, „Thes." VII, 30 ff.).
Ob unter Actuarius, der gegen 1250 lebte, jener Arzt diesesNamens zu verstehen ist, dem man früher vielfach die erste Ein-führung des Zuckers in den Arzneischatz zuzuschreiben pflegte(Ritter 377), ist ungewiss, da seit 802 die Leibärzte aller byzan-tinischen Kaiser diesen Titel führten (Haeser I, 480 ff.); in seinenSchriften wird jedoch der Zucker oft genannt, auch unterscheideter Penidium (Fanid) und Zucker, und beschreibt die Darstellungdes Rosenwassers durch Gährung von Rosenblättern mit Zucker-lösung (Moseley a. a. O.; Pancirollus, „De rebus perditis et in-ventis", Frankf. 1602; II, 369). Sein Zeitgenosse NikolaosMyrepsus, dessen Werk als eine „wüste Masse von Rezepten"bezeichnet wird (Meyer, „Bot." III, 382; Sprengel II, 334),spricht ausser vom Penidium noch von Tabarzed und Kandiszucker(xcivriov), und wendet dieselben in vielfacher Weise an (Salma-sius II, 715 ff.; III, 108 ff.). Auch Charito verschreibt gezuckertenWein und „Süssigkeiten aus Zucker bereitet", doch sind er, sowieAchmes, über die Natur des Zuckers völlig im Unklaren, indemsie das y'kv/.vvxc'kaiiov für Lotus erklären (ebd. II, 916 ff.). WelcheArt Lotus hier gemeint ist, lässt sich nicht entnehmen, da manmit diesem Namen seit Alters her mehrere verschiedene Pflanzenbenannte (Woenig 334 ff.); der Lotus der „Odyssee" (IX, 84) „süsserwie Honig" ist wohl Rhamnus Lotus, ein Baum mit mehligenBeeren von köstlichem, der Dattel ähnlichem Geschmacke(Woenig 28), den auch Dioskorides („Mat. med." I, 153) undAbu-Hanifa (Ibn-Beithar II, 5) beschreiben; Dioskorides