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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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ACHTER ABSCHNITT.

Der Zucker zur Zeit der Kreuzzüffe.

Der weite Umfang des arabischen Reiches, und der, aus diesemhervorgegangenen Staaten, und die Mannigfaltigkeit ihrer kriege-rischen und Handelsbeziehungen zu den Völkern Europas, brachtees mit sich, dass auch der Zucker gleichzeitig von verschiedenenSeiten aus, bei diesen Eingang fand; die Nähe des arabischenSpaniens, Siziliens und Nordafrikas, war in dieser Hinsicht für denWesten, die der asiatischen Provinzen des Chalifates und Ägyptens,für den Osten des Weltteiles von hervorragender Bedeutung;jedoch kreuzen sich diese Einflüsse häufig, und in so verwickelterWeise, dass es für den einzelnen Fall oft unmöglich zu entscheidenist, was der direkten Berührung mit dem Orient, was der Über-mittlung zugeschrieben werden muss.

In Konstantinopel, welches als Hauptstadt des oströmischenReiches den gesamten morgenländischen Handel an sich gezogen,und ihn auch während der Wirren der Völkerwanderung nachMöglichkeit bewahrt hatte, dürfte der Zucker wohl zuerst aufeuropäischem, der mohammedanischen Herrschaft nichtunterworfenemBoden, bekannt geworden sein; einerseits standen die byzantinischenKaiser in vielfacher Verbindung mit dem omajjadischen undabbassidischen Chalifen (Massudi VIII, 87), und tauschten mitihnen Geschenke, aus den kostbarsten Luxuswaaren bestehend, aus,—• wie sich denn z. B. destilliertes Rosenwasser schon 917 und946 im Zeremonienbuche Konstantin'« VII. vorfindet (Sprengel II,315); andererseits fand der Zucker, infolge des wachsenden Ein-flusses der arabischen Medizin, auch Eingang in die griechischeHeilkunde. Die Schriften der byzantinischen Arzte sind leidernoch zu wenig erforscht, um bestimmte Zeitangaben in letztererHinsicht zu ermöglichen. Die um 1050 verfasste „Diätetik" desMichael Psellos (Meyer, „Bot." III, 369; Kopp, „Beitr." II,478) soll noch keinerlei orientalische Früchte und Spezereien ent-