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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Verbreitung d. Zuckerrohres n. Chi

d. Küsten d. indischen Ozeans. 165

setzte er binnen 34 Jahren Wertzeichen im Nominalbetrage vonca. 2500 Millionen Mark in Umlauf —, und der hiermit getriebeneMissbrauch führte eine grosse Handelskrisis, und durch diese denSturz der mongolischen Dynastie herbei (s. auch Ibn-BatutaIV, 260).

Odorico von Pordenone, der als Missionär 1324—1327 inChina verweilte (Ramusio, „Navigationi e Viaggi", Vdg. 1550;II, 254), berichtet gleichfalls über den unglaublichen ReichtumKinsay's und Zaytun's an Zucker, und sagt, in letzterer Stadt(dem jetzigen Tswanchau-fu oder Chincheuw, in Fokien), gebe eseinen solchen Überfluss davon, dass man drei Pfund und achtUnzen für weniger als einen halben Soldo (etwa 20 Pfennige Silber-wert = ca. 2 Mark jetzigen Geldwertes) kaufen könne. Nach Ibn-Batuta, dessen Reisen in die Jahre 1325—1354 fallen, giebt esin China riesige Mengen Zucker, und vieler ist ebenso gut, ja viel-leicht noch besser als der ägyptische („Reisen" IV, 255); auch errühmt vor allem die Grösse und den Reichtum von Zaytun, vonwelchem Hafen aus er seine Rückreise antrat (IV, 269 und 304);im 13. und 14. Jahrhundert war diese Stadt überhaupt der wich-tigste Ausgangspunkt des Verkehres nach Koilum, Hili, Malabar,und Calicut (Polo II, 381), und ihr Handel nach diesen Orten solebhaft, dass z. B. Ibn-Batuta, als er sich in Calicut nach Chinaeinschiffte, dort dreizehn chinesische Dschunken vorfand (IV, 89).Nach Tonkin und Annam bestand jedoch kein Seeverkehr von Chinaaus, da das Meer daselbst als unwegsam und gefährlich galt (PoloII, 248)*); zu Lande gab es indessen zahlreiche Verbindungen, unddie chinesischen Berichte preisen den Wohlstand dieser Gegenden,und die Masse ihres Zuckers und Zuckerrohrs.

Zieht man alles hier Angeführte in Betracht, bedenkt manferner den wichtigen Umstand, dass die chinesische Schrift keineigenes Zeichen für das Wort „Zucker" besitzt, sondern dasselbeentweder, z. B. in Sha-tang, durch die Silbe „tang" ausdrückt undfür diese das Wurzelbild „Reis" anwendet (Ritter 358), oder dieUmschreibung Shi-mi (Steinhonig) gebraucht, welche eine wört-liche Übersetzung des indischen „Gulabatu" ist, — so kann keinZweifel darüber walten, dass die Kunst der Zuckerbereitung inallen ihren Gestalten, den Chinesen ursprünglich fremd, und von

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*) Noch Camoens, der 1559 in Macao die „Lusiaden" schrieb, sagtim 10. Gesango, Strophe 129:

Sieh', Cochinchina ist unwirtlich Land,Und von Annam die Bucht, ist unbekannt.